Frankreich Rugby-Fans sorgen für Touristen-Boom
Paris Sie kommen aus Neuseeland, Australien, Japan und Samoa, um ihre Teams zu unterstützen: Die Rugby-Weltmeisterschaft bringt viele Touristen ins Land, der französische Tourismusminister Luc Chatel rechnet mit etwa 350.000 zusätzlichen Besuchern mit ihren Familien. Die Weltmeisterschaft geht über insgesamt sechs Wochen und endet am 20. Oktober.
Die Rugby-Fans geben dabei im Durchschnitt deutlich mehr Geld aus als die Fußball-Anhänger, die zur Weltmeisterschaft 1998 nach Frankreich kamen. "Australier und Neuseeländer zögern nicht, von 7000 bis zu mehr als 10.000 Dollar für ihren Aufenthalt in Frankreich auszugeben", sagte Chatel auf einer Pressekonferenz.
Europäer gaben den Angaben zufolge etwa 2000 Euro für ihren WM-Besuch aus, Touristen aus der südlichen Hemisphäre dagegen etwa 5500 Euro die Eintrittskarten noch nicht eingerechnet. Das sind deutlich höhere Beträge als 1998 - viele der etwa 500.000 Fans, die zur Fußball-WM ins Land strömten, kamen nur für einen Spieltag und brachten nicht ihre komplette Familie mit.
Hotelbesitzer meldeten allein für September einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro, da viele Rugby-Fans in Drei- und Vier-Sterne-Unterkünften übernachteten. Die Hotelpreise waren um etwa 16 Prozent teurer als sonst im September üblich.
Zur Freude des Gastgeberlandes sind Rugby-Fans zudem besonders friedlich. "1998 blieben außerdem einige Touristen weg, weil sie Unannehmlichkeiten wegen des Fußballs befürchteten", sagte Christian Mantel, Chef der französischen Tourismusentwicklungsagentur ODIT. "Doch niemand hat Angst vor Rugby-Fans, dadurch addiert sich ihre Zahl einfach zu dem sonst üblichen Fremdenverkehr."
sto/Reuters