Fünf deutsche Flughäfen mit Sicherheitsmängeln - DER SPIEGEL
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Vereinigung Cockpit Piloten rügen Sicherheit an fünf deutschen Flughäfen

Schlecht beleuchtete Start- und Landebahnen, fehlende Rollwege und unvollständige Reserveauslaufflächen: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bemängelt die Sicherheit an fünf deutschen Flughäfen.
Vereinigung Cockpit: Deutsche Flughäfen könnten sicherer sein
Vereinigung Cockpit: Deutsche Flughäfen könnten sicherer sein

Vereinigung Cockpit: Deutsche Flughäfen könnten sicherer sein

Foto: Christoph Schmidt/ dpa
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Berlin/Frankfurt - Weil aus Pilotensicht sicherheitsrelevante Kriterien bei der Flughafenausstattung nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt sind, rügt die Vereinigung Cockpit (VC) fünf deutsche Flughäfen. Friedrichshafen, Weeze, Lübeck, Memmingen und Zweibrücken schneiden auf der Flughafenmängelliste 2014  am schlechtesten ab. Die härteste Bewertung trifft den Allgäu Airport. Auch im vergangenen Jahr waren die fünf Flugplätze von den Piloten kritisiert worden.

Zwar entsprechen die Sicherheitsvorkehrungen der deutschen Flughäfen den internationalen Vorschriften, nicht aber den höheren Ansprüchen der Piloten, die mit dem Vergleich die Sicherheitssituation kontinuierlich verbessern wollen. Die Forderung der VC: "Eine fortschrittliche Industrienation wie Deutschland sollte sich bei der Flugsicherheit nicht mit Mindestanforderungen begnügen."

Die Kapitäne rügen unter anderem fehlende "Rollwege zu jedem Bahnkopf" in Lübeck, Zweibrücken und Memmingen. "In Zweibrücken hat es deswegen 2008 einen Fastzusammenstoß zwischen einem Airbus und einer Militärmaschine gegeben", sagte Martin Locher, stellvertretender Pressesprecher der VC, SPIEGEL ONLINE. Ralf Schmid, Geschäftsführer des Allgäu Airports Memmingen, sieht die Beanstandung bezüglich der Rollwege gelassen: "Wir haben 10 bis 15 Passagierflüge am Tag. Wenn die Start- und Landebahn wegen eines nicht vorhandenen parallelen Rollwegs mal länger blockiert ist, ist das bei dieser Fluganzahl kein Problem."

Ein weiterer Sicherheitsmangel aus Sicht der VC: die "verkürzte Anflugbefeuerung" in Lübeck, Weeze, Zweibrücken und Friedrichshafen. Dabei handelt es sich um das Beleuchtungssystem vor der Schwelle einer Landebahn, mit dessen Hilfe Piloten bei Sichteinschränkungen und Nacht erkennen können, wo sich die Landebahn befindet und wie das Flugzeug ausgerichtet ist.

Frankfurt verfehlt knapp die optimale Bewertung

Friedrichshafen, Memmingen und Weeze fehle eine vollständige Reserveauslauffläche: Per Gesetz muss die sogenannte RESA (Runway End Safety Area) 90 Meter lang sein, die VC empfiehlt jedoch 240 Meter. Der Allgäu Airport habe außerdem keine Mittellinienbefeuerung der Startbahn, an der sich Piloten orientieren können. Für den Geschäftsführer des Flughafens Memmingen sind die Lichter vor allem eine zusätzliche Pilotenhilfe auf Flugplätzen mit viel Betrieb. "Beim nächsten Ausbau denken wir sicherlich über eine zusätzliche Befeuerung nach. Kleine Flughäfen müssen aber auch immer abwägen: Was ist nett zu haben? Was ist bezahlbar?", sagt Schmid SPIEGEL ONLINE.

Sechs der insgesamt 30 bewerteten Flughäfen sind nach VC-Urteil komplett mängelfrei: Die Flughäfen Berlin Schönefeld, Düsseldorf, Leipzig/Halle, München und Stuttgart weisen - wie auch schon auf der Liste 2013 - keinerlei Beanstandungen auf. Der Flughafen Bremen wurde erstmals mängelfrei getestet. Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt verfehlte die optimale Bewertung wegen einer Kritik am Leitsystem zum Andocken an den Terminals.

Die Pilotengewerkschaft untersucht seit 1978 die deutschen Airports, an denen regelmäßiger gewerblicher Passagier- und Frachtverkehr stattfindet. Untersucht wird vor allem, ob für die Piloten wichtige technische Einrichtungen vorhanden sind.

Als Grundlage für die Untersuchung dient ein Kriterienkatalog, der nicht nur die internationalen Vorschriften, sondern auch die aus Pilotensicht sinnvolle und für eine optimale Sicherheit notwendige Ausrüstung von Flughäfen umfasst.

ele/dpa/Reuters