Gefährliche Felsen: Gotthardtunnel wochenlang gesperrt - DER SPIEGEL
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Gefährliche Felsen Gotthardtunnel wochenlang gesperrt

Eine der wichtigsten Verbindungen in Europas Süden, die Gotthardachse in der Schweiz, soll für mehrere Wochen gesperrt bleiben. Auf der Strecke besteht immer noch die Gefahr, dass Felsbrocken auf die Fahrbahn krachen. Die Behörden rechnen wegen der Sperrung vor allem übers Pfingstwochenende mit kilometerlangen Staus.
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Altdorf/Chur - Am Samstagmittag war am Gotthard bei Gurtnellen erneut ein großer Felsblock ins Tal gedonnert und kurz vor der Autobahn liegen geblieben. Die Autobahn und der St. Gotthard-Tunnel waren am Freitag nach einem weiteren Steinschlag geschlossen worden. Am Mittwoch hatte sich ein tragisches Unglück ereignet. Ein deutsches Ehepaar war durch herabstürzende Steinmassen in seinem Wagen zu Tode gequetscht worden.

Die Behörden wollen nun handeln. Wie die Urner Kantonspolizei schreibt, seien die Fachleute zum Schluss gekommen, dass nur eine Sprengung der gefährlichen Felsmassen in Frage komme. Die Sprengung soll möglichst rasch durchgeführt werden, damit zu Beginn des Sommerreiseverkehrs die wichtigste Nord-Südachse zumindest mit Einschränkungen befahrbar ist. Laut Kantonspolizei dürfte dies "optimistisch betrachtet" frühestens in drei Wochen der Fall sein. So lange bleiben die A2 und die Kantonsstraße gesperrt. Im Nachgang zur Sprengung soll der geplante Schutzwall angepasst und binnen rund fünf Monaten realisiert werden.

Die Sperrung der vergangenen Tage führt in der ganzen Region zu enormen Staus. Für das Pfingstwochenende ist mit weiteren Verkehrsbehinderungen zu rechnen, zumal viele Pässe wegen Schneefalls nicht befahrbar sind. Die San-Bernardino-Route hat nach der Sperrung der Gotthardautobahn einen Großteil des Verkehrs auf der Nord-Süd-Achse zu bewältigen. Bereits am Freitag wurden Richtung Süden eineinhalb und Richtung Norden gar drei Mal so viele Fahrzeuge gezählt wie vor einem Jahr. Am Samstag stauten sich die Autos bereits am frühen Morgen. Auf der Gegenfahrbahn wurde vor dem Südportal des San-Bernardino-Tunnels auf einer Länge von zehn Kilometern stockender Verkehr gemeldet.

Wer nicht im Stau stehen will, kann allerdings auf die Bahn umsteigen. Angesichts der Gotthard-Sperrung richteten sich die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) auf zusätzliche Fahrgäste ein. Zusätzlich zum normalen Fahrplan und den geplanten 13 Extrazügen wurden kurzfristig 4.000 weitere Sitzplätze Richtung Tessin offeriert. Die SBB rüsten sich außerdem für die erwartete Rückreisewelle am Pfingstmontag. Sieben Extrazüge seien bereits geplant, weitere Extrazüge und zusätzliche Wagen würden bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Die Autozüge der BLS verkehren am Lötschberg bis auf weiteres nach einem verdichteten Fahrplan.

fok/AP/dpa

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