ADFC-Kooperation Google erweitert Kartendienst für Radfahrer
Hamburger Innenstadt: Google Maps (Screenshot) findet nun auch Radrouten
Foto: GoogleBerlin - Bisher konnten sich Nutzer von Google Maps die kürzesten Routen für eine Autofahrt anzeigen lassen - oder auch geeignete Wege für Fußgänger. Nun hilft der Kartendienst auch den Fahrradfahrern in Deutschland bei der Suche nach der besten Strecke.
Die Daten für die fahrradgeeigneten Straßen und Wege kommen sowohl von Google selbst als auch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), mit dem das Internet-Unternehmen zusammenarbeitet. Der ADFC habe Google Daten für eine Streckenlänge von insgesamt 250.000 Kilometern bereitgestellt, sagte Wolfgang Richter von der ADFC-Bundesgeschäftsstelle. "Was bisher ohne weiteres für das Auto möglich war, geht jetzt auch für das Fahrrad mit den Google Maps."
Die Nutzer sind aufgerufen, noch nicht berücksichtigte Strecken zu ergänzen - die dafür vorgesehene Software Map Maker ist seit April auch in Deutschland verfügbar. Die Fahrradnavigation der Google Maps gibt es bereits in anderen Ländern, in Europa umfasst das Angebot nun etwa 15 Länder.
Routen vermeiden vielbefahrene Straßen
Die Fahrradnavigation funktioniert ähnlich wie die bereits bestehenden Routen-Berechnungen für Autofahrer, für den öffentlichen Nahverkehr und für Fußgänger. "Fahrradrouten vermeiden automatisch vielbefahrene Straßen und bevorzugen Radwege", erklärte Google in seinem Firmenblog. In der Realität wird dieses Versprechen jedoch nicht immer eingehalten. Ganz ohne die Hauptverkehrsachsen kommt manch eine Google-Route in einer Stadt wie Hamburg nicht aus - auch wenn alternative Strecken vorhanden sind.
"Bei der Berechnung der Fahrtzeit werden eine Reihe fahrradrelevanter Variablen einbezogen, wie zum Beispiel Straßentyp und Anzahl von Kreuzungen", sagt Google-Manager Kai Hansen. Bei der Entwicklung des Dienstes habe Google vor allem den innerstädtischen Verkehr vor Augen gehabt. Die Fahrrad-Navigation helfe aber auch bei der Planung von Ausflügen oder längeren Reisen zwischen entfernten Zielen - selbst über mehrere Länder hinweg.
Google sieht in dem Angebot auch einen Beitrag für eine andere Verkehrspolitik. "Die Art und Weise, wie Verkehr funktioniert, wird sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ändern müssen", sagte Hansen. "Wir hoffen, dass wir diesen Wandel in gewisser Weise mitgestalten können."
Auf mobilen Geräten mit dem Google-System Android werden Fahrradfahrer auch sprachgesteuert zum Ziel geführt, ohne die Hand vom Lenker nehmen zu müssen. Für das Apple-System iOS gibt es ähnliche Fahrrad-Apps von anderen Anbietern wie etwa den BikeCityGuide.