Hotelsuche im Internet Zimmer mit Mausklick
Berlin - Das Adlon ist eines von zahlreichen Hotels, die auf ihrer Homepage inzwischen nicht nur schöne Bilder bieten, sondern auch ein bequemes Buchungs-System. Der Vorteil liegt auf der Hand: Interessenten müssen nicht mühsam verschiedene Hotels anrufen und können rund um die Uhr Zimmer und Preise vergleichen.
Die Überschaubarkeit der Preise bewerten auch Verbraucherschützer positiv: "Man kann sich in aller Ruhe über Preise, Zimmer, die Umgebung des Hotels und zusätzliche Angebote informieren", sagt Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg. Dazu kommen gelegentlich spezielle Online-Schnäppchen, etwa für Spätbucher oder Wochenend- und Feiertags-Arrangements.
Das "Brenner's Parkhotel" in Baden-Baden bietet zwar bisher keine Sonderkonditionen für Internet-Bucher, dafür finden sich auf der Homepage des Hotels neben den regulären Preisen auch saisonabhängige Angebote wie etwa ein Schnupper-Arrangement von Januar bis März. Bis Ende Februar soll die Homepage des 127-jährigen Traditionshauses überarbeitet werden. Dann will das Hotel gezielt auch jüngere Kunden ansprechen.
Doch nicht nur optisch verändert sich die Seite: Bisher waren nur Buchungen über E-Mail möglich. Der Gast musste also erst mal anfragen, ob das gewünschte Zimmer frei ist und wurde dann benachrichtigt. "In Zukunft kann er das Zimmer gleich auf der Homepage buchen, die Reservierung geht direkt in das Hotelcomputer-System", erklärt Marketing- und Verkaufsleiterin Martina Götte.
Ähnlich funktioniert es schon auf der Website vom Adlon, wo seit kurzem steht ein neues Online-Buchungssystem zur Verfügung steht. "Dafür wird jeweils ein bestimmtes Zimmerkontingent zur Verfügung gestellt", sagt Ulrike Heesch, Sprecherin des Adlon. "Der Gast muss nicht mehr auf eine Bestätigung warten, sondern weiß sofort, ob das Zimmer noch frei ist". Außerdem bekommen Online-Bucher eine gewisse Zahl an Einzel- und Doppelzimmern deutlich unter dem normalen Preis angeboten.
Doch das Internet soll auch in Zukunft lediglich eine von mehreren Möglichkeiten sein, dem Gast Zeit zu ersparen und ihm sein Leben leichter zu machen. Der zwischenmenschliche Kontakt dürfe dadurch auf keinen Fall verloren gehen, sagt Ulrike Heesch. "Es ist ganz klar, dass das Adlon sich als Fünf-Sterne-Haus seinen persönlichen Charakter erhalten muss"
Probleme mit Online-Buchern, die reservieren und dann nicht erscheinen, hat es bislang in keinem der großen Hotels gegeben. Antje Viehreg vom "Taschenberg-Palais" in Dresden erklärt, wie sich ihr Hotel gegen den Missbrauch schützt: "Bestimmte Felder wie die für die Kreditkartennummer müssen grundsätzlich ausgefüllt werden, sonst nehmen wir die Reservierung nicht an." Sobald die Rückbestätigung für die Reservierung vom Hotel an den Gast gegangen sei, müsse dieser die Buchung nochmals bestätigen.
Für die Kunden bestehen ebenfalls kaum Risiken. "Wenn jemand aus Spaß mit meiner Kreditkartennummer ein Zimmer reserviert und der Zimmerpreis dann abgebucht wird, kann ich mir das Geld vom Kreditkarteninstitut zurückholen", sagt Verbraucherschützerin Edda Castello. Wenn das Kreditkarteninstitut Ärger mache, müsse man nur hartnäckig genug sein. Bislang habe sich aber noch niemand über Unregelmäßigkeiten bei Online-Hotelbuchungen beschwert.
Allerdings sollten Reisewillige ein Online-Angebot nicht ohne Prüfung annehmen. Ein Blick auf die Seiten der Konkurrenz und auf die Websites verschiedener "Hotel-Broker" oder Reservierungsservices kann viel Geld sparen. Beispielsweise werden beim Hotel Reservation Service oder bei eHotel.de freie Unterkünfte in allen Lagen und Preisklassen angeboten. Und manchmal sind die Zimmer dort günstiger als auf den eigenen Internet-Seiten der Hotels.
Sandra Hoffmann