Image-Kampagne: Papst soll Touristen in die Türkei locken - DER SPIEGEL
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Image-Kampagne Papst soll Touristen in die Türkei locken

Benedikt XVI. als Werbefigur: In einer neuen Tourismus-Kampagne will die Türkei Bilder des Papstbesuches verwenden. Auch der als Landesverräter gescholtene Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk soll für sein Land werben.
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Istanbul – Bilder vom Besuch von Papst Benedikt XVI. in der Türkei sollen in Tourismus-Werbefilmen auftauchen. Die im Vorfeld stark umstrittene Papst-Visite vom November war zu einem unerwarteten Erfolg geworden. Unter anderem schwenkte Benedikt eine türkische Fahne und betete zusammen mit einem islamischen Geistlichen in der Blauen Moschee in Istanbul.

In der neuen Werbekampagne für den Türkei-Tourismus ist der Papst nicht der einzige überraschende Kronzeuge: Trotz aller Anfeindungen durch Nationalisten soll auch der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk als Werbeträger eingesetzt werden. Pamuk könne das Image der Türkei im Ausland verbessern, zitierte die Zeitung "Referans" das Tourismusministerium in Ankara.

Nationalisten werfen Pamuk wegen seiner Äußerungen über die türkischen Massaker an den Armeniern im Ersten Weltkrieg Landesverrat vor. Nach dem Mord an dem armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink im Januar hatte Pamuk eine Lesereise in Deutschland abgesagt. Nach Presseberichten fürchtete der erste Nobelpreisträger der Türkei um seine Sicherheit. Kurz darauf war er in die USA gereist.

Nach einem Rückgang der Besucherzahlen auf unter 20 Millionen im vergangenen Jahr strebt die Türkei für dieses Jahr wieder kräftige Zuwachsraten an. Für seine Werbekampagnen will das Tourismusministerium im Laufe des Jahres 90 Millionen Euro ausgeben.

sto/AFP