Imagewandel USA wollen ihr Ansehen aufpolieren
Berlin "Wir wollen, dass sich die Leute bei uns willkommen fühlen", sagte Roger Dow, Präsident der US-Reiseindustrievereinigung TIA, heute auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin. Schon bei der Einreise müsse den Gästen klar werden, dass das Land sie mit offenen Türen empfange. Bei der Umsetzung dieses Ziels seien die US-Reiseindustrie und die US-Regierung auf einem guten Weg.
Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der ausländischen Gäste in den USA laut Dows Angaben um sieben Prozent auf 49,4 Millionen. Für dieses Jahr würden 52 Millionen und damit die Rückkehr zum Niveau des Jahres 2000 erwartet. Aus Deutschland seien 1,4 Millionen Reisende in die USA gekommen, was ebenfalls ein Plus von sieben Prozent bedeutete.
Damit seien die Erwartungen erfüllt worden, sagte Rita Hille, Präsidentin des deutschen Visit USA Committee (VUSA), in dem unter anderem die Tourismusämter der einzelnen US-Bundesstaaten, Reiseveranstalter und Fluggesellschaften vereinigt sind. Auch für 2006 setzt das VUSA auf eine Steigerung der Besucherzahl im einstelligen Prozentbereich.
Im Trend liegen bei den deutschen USA-Touristen Naturerlebnisse und Nationalparks. Wer zum ersten Mal ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" reist, entscheidet sich vor allem für Kalifornien und den Südwesten, Florida oder New York.
Der Anteil so genannter Wiederholer, die schon häufiger im Land unterwegs waren, nehme aber zu, sagte Tilo Krause-Dünow, Vorstandsmitglied des VUSA und Chef des Reiseveranstalters Canusa. Entsprechend würden auch andere Regionen stärker bereist. Zu den Trendzielen gehöre die Ostküste von Neuengland bis zu den Carolina-Staaten im Süden. Die Tendenz gehe außerdem zu qualitativ hochwertigen Produkten. "Wenn ein Gast die Wahl hat zwischen einem Drei-Sterne-Hotel für 65 Dollar die Nacht und einem Zwei-Sterne-Haus für 45 bis 50 Dollar, entscheidet er sich zunehmend für das bessere Haus."
Im Jahr nach dem verheerenden Hurrikan "Katrina" richten sich viele Augen auf New Orleans und die Küste am Golf von Mexiko. Niemand müsse Gewissensbisse haben, in eine Region zu reisen, in der Menschen gelitten haben, sagte TIA-Präsident Dow. "Tourismus ist die Basis der Wirtschaft für die Menschen dort." Mit dem Karneval Mardi Gras sei der Tourismus in New Orleans jetzt wieder in Schwung gekommen, sagte Rita Hille. Das French Quarter und andere beliebte Attraktionen seien völlig intakt, 80 Prozent der Hotel-Kapazitäten stünden wieder zur Verfügung. Aufgeräumt und gebaut werde vor allem noch in Regionen, in die kaum ein Tourist komme.
har/gms