Irak-Krise Fluglinien streichen erste Nahost-Verbindungen
London/Frankfurt/Hannover - Europas größte Fluggesellschaft British Airways streicht alle Verbindungen nach Kuweit und Israel. Die Schweizer Swiss schränkt wegen einbrechender Buchungen ihre Flüge in die ägyptische Hauptstadt Kairo ein. British Airways begründete die Änderung ihres Flugplans mit entsprechenden Reisewarnungen des britischen Außenministeriums für die Krisenregion. Die Gesellschaft reduzierte außerdem den Verkehr zwischen London und Dubai auf eine Maschine täglich. Ziele in Saudi Arabien, Katar und Bahrain sollen weiter angeflogen werden.
Dagegen halten die Deutsche Lufthansa und der Ferienflieger Thomas Cook Airlines (Condor) ihr Netz vorerst voll aufrecht. Die Lufthansa bietet für Flüge in die USA, nach Kanada, Israel, die Türkei und den Mittleren und Nahen Osten ab sofort auch Reisenden der Economy Class und mit Sonderangeboten gebührenfreie Umbuchung oder Stornierung an. Dies sei zunächst auf zwei Monate befristet. Der Krisenstab beobachte die Entwicklung ständig und könne binnen Minuten reagieren.
Bei den großen europäischen Reisekonzernen TUI und Thomas Cook ("Neckermann") löste die Zuspitzung der Krise in Nahost zunächst keine Stornierungswelle aus. Nur einige Dutzend Reisende hätten das Angebot genutzt, ihren geplanten Urlaub umzubuchen und ein anderes Ziel gewählt, sagte ein TUI-Sprecher in Hannover. Viele Gäste warteten noch die weitere Entwicklung ab, sagte ein Thomas-Cook-Sprecher in Oberursel. Die konzerneigenen Ferienflieger würden vorerst alle Ziele, darunter vier Flughäfen in Ägypten weiter bedienen.
Nach Angaben der europäischen Luftraumüberwachung Eurocontrol müssten im Kriegsfall Ausweichrouten benutzt werden, die weniger Kapazitäten hätten und zu Umwegen führen könnten, daher muss mit Verspätungen gerechnet werden. Direktoriumsmitglied Gerhard Stadler sagte in Brüssel, seiner Behörde lägen aber noch keine Informationen darüber vor, welche Lufträume die Militärflieger der USA oder Großbritanniens beanspruchen würden. Betroffen wären vor allem Flüge in Richtung Naher Osten, Türkei und weiter nach Asien.