Römische Ruine: Kolosseum wird für 25 Millionen Euro saniert
25-Millionen-Euro-Sanierung Kolosseum in Rom wird eingerüstet
Rom - Der Startschuss für die Restaurierung des stark verwitterten und verschmutzten Kolosseums in Rom hat sich weiter verzögert. Die seit langem geplanten, umfangreichen Arbeiten sollen jetzt Anfang Dezember beginnen und etwa zweieinhalb Jahre dauern. Das wurde am Dienstag in Rom bei einer Pressekonferenz des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi zu dem Großprojekt bekannt.
Nach mehr als 70 Jahren soll das angegriffene Kolosseum damit erstmals wieder gründlich restauriert werden, das Vorhaben war durch einen juristischen Streit verzögert worden. Bürgermeister Gianni Alemanno hatte zuvor erklärt, mit den Arbeiten werde schon Dienstag begonnen, war aber von Ornaghi korrigiert worden.
Das im Jahre 80 in den Glanzzeiten des antiken Roms fertiggestellte Kolosseum mit seinen Maximalausdehnungen von 188 Meter Länge und 156 Meter Breite bei 48,50 Meter Höhe ist vom allmählichen Zerfall bedroht. Herunterfallende Gesteinsbrocken führten regelmäßig zu Debatten über Gefahren für die Besucher. Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie sackte ein Teil des Gebäudes um 40 Zentimeter ab.
Auf mehreren Baustellen am Kolosseum soll gleichzeitig gearbeitet werden. Das Bauwerk wird aber nicht komplett für die Millionen Besucher geschlossen. Ein Viertel der Fläche kann besichtigt werden. Alemanno kündigte an, bis 2015 den Autoverkehr am Kolosseum einzuschränken.
"Gladiator" lockte Millionen in die Ruine
Am 27. Juli erfolgte die Zuteilung des ersten Bauabschnitts für 8,3 Millionen Euro. Geplant sind die Renovierung der von Fahrzeugabgasen geschwärzten Fassade, die Ausbesserung von Bruchstellen, die Beseitigung von Metallgittern im Erdgeschoss, die Einrichtung eines Besucherzentrums und die Sanierung des Innenraums. Die zur Besichtigung freigegebenen Flächen sollen nach Abschluss der Bauarbeiten um ein Viertel vergrößert werden. Das Gebäude wird für 915 Tage eingerüstet.
Die 25 Millionen Euro stellt der Luxusgüter- und Schuh-Unternehmer Della Valle (Modehaus Tod's) als einziger Sponsor für die Arbeiten an Roms Wahrzeichen zur Verfügung. Dafür darf er 15 Jahre lang mit seinem Firmenlogo am Amphitheater werben.
Die bereits vor knapp einem Jahr vorgestellten Arbeiten wurden wegen juristischer Streitereien um den Sponsorenvertrag mit Della Valle lange aufgehalten. Eine Verbraucherorganisation hatte in der Vereinbarung Legalität und Transparenz vermisst, kam mit dem Vorgehen vor Gericht dagegen aber zunächst nicht durch. Della Valle hat wegen des Streits sogar mit einem Ausstieg aus dem Projekt gedroht, was die hoch verschuldete Hauptstadt in große Schwierigkeiten gebracht hätte.
Die Zukunft Italiens hänge von der Ausnutzung der "Schönheit seiner Monumente" ab, sagte Della Valle, der auch von der "sozialen Verantwortung der Unternehmen" sprach. Er hoffe, dass andere italienische Unternehmen dem Beispiel folgten. Seit der Jahrhundertwende stieg die Zahl der Besucher des Kolosseums von einer Million auf sechs Millionen im Jahr - auch gelockt durch Ridley Scotts Monumentalfilm "Gladiator".