Flugplanung der Lufthansa Dominospiel im Tower
Flugbewegungen auf dem Radar: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Foto: Marius Becker/ dpaFrankfurt - Das Chaos im deutschen Flugverkehr ist unwiderruflich programmiert: Selbst wenn es noch zu einer Annäherung zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Ufo käme, gilt für Freitag die im Internet veröffentlichte Streichliste . Rund 1200 von 1800 geplanten Lufthansa-Verbindungen fallen am Freitag aus, mehr als 40 waren es schon am Donnerstag, weitere 13 am Samstag.
Um die Komplexität des Lufthansa-Flugplans zu erfassen, schaut man am besten den Mitarbeitern im Kontrollzentrum des Drehkreuzes Frankfurt über die Schulter. Die Flugzeugkoordinatoren stehen vor einer Wand mit Monitoren, die jedem Börsenhändler zur Ehre gereichen würde. Bis zu 50 Starts in der Stunde werden bei der zentralen Steuerung Hub Control in Frankfurt abgewickelt, 21 verschiedene Dienstleister und andere Beteiligte müssen für jeden Flieger koordiniert werden.
Eine große Herausforderung sind aber vor allem die Umsteigeströme, die in mehreren Wellen täglich organisiert werden müssen. In gewisser Hinsicht ist der Flugplan wie ein Dominospiel: Sobald ein Stein umfällt, fallen ganz schnell weitere. Ein 24 Stunden währender Streik - wie er für Freitag angekündigt ist - schmeißt fast alle Steine um.
Die rund 1800 täglichen Lufthansa-Flüge zu mehr als 200 Zielen weltweit werden normalerweise einen Monat im Voraus geplant, wie ein Sprecher der Airline erklärt. Die Planer haben dabei eine Vielzahl von Parametern zu beachten. Dazu gehören der Einsatz des Personals und der Flugzeuge, die jeweils zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein müssen.
Per Shuttle-Flug zur Arbeit
Bei den Flugzeugen müssen die Mitarbeiter insbesondere die strengen Meilengrenzen für Inspektionen und Sicherheitschecks beachten. Ein Jet kann nicht auf eine mehrtägige Tour geschickt werden, wenn er in dieser Zeit in die Großinspektion muss.
Auch die Besatzung muss zur Maschine passen: Piloten haben wegen der komplexen und teuren Trainings meist nur die Zulassung für einen Typ. Andere Maschinen dürfen sie nach internationalem Flugrecht nicht im Passagierverkehr fliegen. Die Flugbegleiter sind in aller Regel auf drei Flugzeugtypen zugelassen. Für alle gelten strenge Ruhe- und Sozialvorschriften, persönliche Wünsche der Piloten und Stewardessen werden zumindest im normalen Betrieb berücksichtigt. Nicht wenige von ihnen "shutteln" auch zu ihren Einsätzen, nutzen also wie Umsteiger vorherige Flugverbindungen, um zur Arbeit zu kommen - eine weitere Fehlerquelle.
Wie viel die Vorkehrungen der Lufthansa bei dem Streik am Freitag nützen werden, bleibt abzuwarten. Schon am Donnerstag strich Deutschlands größte Airline mehr als 40 Verbindungen - der Grund: So will man sicherstellen, dass möglichst schnell wieder ein stabiler Flugplan steht, wenn der Streik erst vorbei ist.
Der Personalchef der Lufthansa Passage, Peter Gerber, gibt den Kurs vor: "Wir wollen am Samstag wieder ein vernünftiges Netz anbieten." Deswegen werden bereits am Donnerstagabend (deutscher Zeit) die Maschinen in Fernost stehengelassen. Sie heben 24 Stunden später ab, um dann Samstagfrüh in Frankfurt oder München zu landen. Dort warten dann - wenn alles klappt - bereits viele kleinere Jets, um die Fluggäste an ihr endgültiges Ziel zu bringen. Das Drehkreuz nimmt wieder Fahrt auf.
Streik bei der Lufthansa: Flugausfälle in Frankfurt, Berlin und München
Wo Reisende Informationen erhalten
Zum Thema Streik bei der Lufthansa finden Sie hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Fluglinien-Auskunft
- Lufthansa , auch auf der Mobilseite . 01805 805805 (Bei Anrufen der 01805-Nummern aus dem Festnetz entstehen Kosten von 0,14 Euro/Minute)
Flughafen-Auskunft
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.
- Flughafen Frankfurt : 01805 -3724636
- Flughafen München : 089 97500
- Flughafen Hamburg : 0180 5252525
- Flughafen Stuttgart : 01805 948444 (14 Cent/Minute im deutschen Festnetz)
- Flughafen Düsseldorf : 0211 4210
- Flughafen Köln/Bonn : 02203 404001/404002
Hotlines von Veranstaltern
- TUI : 01805 884266
- Neckermann : 01805 336681
- Alltours : 0203 3636360
- Dertour : 069 95882770
- FTI : 01805 384500
- L'Tur : 00800 21212100 (kostenlos)
- Schauinsland-Reisen : 0203 994050
- ITS : 01805 670130
- Tjaereborg : 01805 670140
- Jahn : 01805 670120