Lufthansa-Jumbos Startverbot wegen Leitungsrissen
Frankfurt/Main - Bis zum Abend seien alle 26 Flugzeuge überprüft und an acht Maschinen Leitungen ausgetauscht worden, teilte das Unternehmen mit. Alle Flugzeuge hätten wieder Starterlaubnis bekommen. Die Leitungen sorgen im Fall eines Triebwerksbrandes für die Zufuhr von gasförmigen Löschmitteln in die Triebwerke.
Der Flugzeug-Hersteller Boeing (Seattle) hatte sich an der Fehlersuche beteiligt. Bei dem weltgrößten Flugzeugbauer könne sich "niemand erklären, warum dieser Fehler ausgerechnet an diesem Bauteil und zu diesem Zeitpunkt so gehäuft auftritt". Für die regelmäßige und ordnungsgemäße Wartung der Flugzeuge sei allerdings "nicht Boeing, sondern allein die betreffende Fluglinie verantwortlich", erklärte das US-Unternehmen. Die 26 Jets der Lufthansa sind nach Auskunft des Luftfahrtbundesamts in Braunschweig die einzigen in Deutschland angemeldeten Maschinen dieses Typs.
Am Montagabend waren Risse an der Leitung eines der Jumbo-Jets entdeckt worden. Daraufhin hatte Lufthansa vorsorglich allen Flugzeugen dieses Typs den Start untersagt. Die Überprüfung der Lufthansa-Maschinen hat nach Angaben der Fluglinie am Dienstag nur zum Ausfall eines Fluges geführt, einer Verbindung von Frankfurt nach Tokio. Die Passagiere seien auf einen späteren Flug umgebucht worden.
Zwei Boeing-Verkehrsflugzeuge mussten am Dienstag nach technischen Problemen in Japan und Australien notlanden. In einer Boeing 767 der All Nippon Airways hatte sich im Cockpit Rauch entwickelt. In Australien musste eine Boeing 777 den Flug abbrechen, weil es Schwierigkeiten mit der Ölpumpe gab.