Lufthansa reagiert gelassen auf Pilotenstreik - DER SPIEGEL
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Streik im Flugverkehr Lufthansa gelassen, Piloten geladen, Passagiere gelackmeiert

Der zwölfte Streik ist Routine: Auf den Flughäfen gab es keine langen Schlangen. Die Lufthansa war vorbereitet und hatte Zehntausende Fluggäste per Mail und SMS vorgewarnt.
Passagiere am Frankfurter Flughafen: Chaos ausgeblieben
Passagiere am Frankfurter Flughafen: Chaos ausgeblieben

Passagiere am Frankfurter Flughafen: Chaos ausgeblieben

Foto: Christoph Schmidt/ dpa
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Frankfurt/Main - Das große Chaos gab es bisher nicht: Beim Streik der Lufthansa-Piloten greift die inzwischen eingespielte Routine. Zum Auftakt des Arbeitskampfes am frühen Mittwochmorgen sind nach Angaben der betroffenen Flughäfen keine Passagiere gestrandet.

  • Der Frankfurter Flughafen ist mit fast 480 gestrichenen Kurz- und Mittelstreckenflüge am stärksten betroffen. Der restliche Flugbetrieb verlaufe jedoch normal, sagte ein Fraport-Sprecher. Bislang seien keine überraschten Fluggäste der Lufthansa in Frankfurt aufgetaucht.
  • Am Flughafen München werden am Mittwoch 129 Starts und 143 Landungen der Fluggesellschaft abgesagt, wie der Airport mitteilte. Chaos und Andrang seien bisher ausgeblieben, sagte ein Polizeisprecher.
  • Auch in Stuttgart herrschte Ruhe. "Die Lage am Flughafen ist normal. Es haben sich keine Warteschlangen gebildet", sagte ein Airport-Sprecher. Hier fallen 18 Flüge aus.
  • Am Hamburger Flughafen hat die Lufthansa insgesamt 25 Verbindungen zu den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen. Umgekehrt werde die gleiche Anzahl an Flügen Hamburg nicht erreichen. Mit Auswirkungen auf den übrigen Flugverkehr rechnet der Flughafen nicht, sagte ein Sprecher.
  • Iin Bremen wurden insgesamt zehn Abflüge gestrichen, in Hannover sind es drei. Betroffen sind auch hier die Inlandsflüge zu den Drehkreuzen München und Frankfurt.

38.000 SMS und 13.000 E-Mails

Auch die Lufthansa gab sich gelassen. Das Unternehmen hatte nach Auskunft eines Sprechers bereits 38.000 SMS und 13.000 E-Mails an betroffene Fluggäste verschickt. Derzeit arbeite man an einem abgespeckten Flugplan für Donnerstag.

Zunächst hatte die Lufthansa für Mittwoch rund 750 von 1400 geplanten Flügen auf kurzen und mittleren Strecken gestrichen. Davon sind etwa 80.000 Passagiere betroffen. Doch am Dienstagabend weitete die Gewerkschaft ihren Streik aus - am Donnerstag sollen auch Langstrecken- und Frachtflüge bestreikt werden.

Hintergrund: das erneute Scheitern der Tarifgespräche zwischen dem Unternehmen und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben ein verbessertes Angebot vorgelegt zur Übergangsversorgung bis zur Rente der rund 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag bezahlt werden. Die Gewerkschaft sieht ihre Forderungen nicht erfüllt und verlangt, dass auch künftige Piloten in den Genuss von unternehmensfinanzierten Frührenten kommen sollen.

Die Fluggesellschaft warf der VC vor, die erneute Streikankündigung entbehre jeder Verhältnismäßigkeit. Die Gewerkschaft ihrerseits hielt der Lufthansa vor, nicht ernsthaft auf einen Tarifabschluss hinzuarbeiten.

Die VC hatte zunächst angekündigt, Kurz- und Mittelstreckenflüge am Mittwoch von 0.01 Uhr bis Mitternacht zu bestreiken. Schwerpunkte sind die Verbindungen über die Drehkreuze Frankfurt und München. Flüge der Lufthansa-Töchter Germanwings und Eurowings sind nicht betroffen. Das Langstreckenprogramm laufe am Mittwoch wie geplant, teilte die Airline mit.

Die meisten Passagiere, die vom dem inzwischen zwölften Arbeitskampf innerhalb eines Jahres betroffen seien, könnten auf andere Flüge umbuchen oder auf den Zug umsteigen.

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joe/dpa