Lufthansa-Streik: 912 Flüge am Donnerstag gestrichen - DER SPIEGEL
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Zweiter Streiktag Lufthansa streicht 912 Flüge

115.000 Passagiere sind betroffen: Die Lufthansa streicht an Tag zwei des Pilotenstreiks bundesweit mehr als 900 Flüge, davon viele an den Drehkreuzen München und Frankfurt am Main.
Lufthansamaschinen am Frankfurter Flughafen
Lufthansamaschinen am Frankfurter Flughafen

Lufthansamaschinen am Frankfurter Flughafen

Foto: Hannelore Foerster/ Getty Images
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Die Piloten der Lufthansa haben ihren Streik am Donnerstagmorgen fortgesetzt. Im Laufe des Tages sollten nach Unternehmensangaben bundesweit 912 Flüge ausfallen. "Die Hauptdrehkreuze Frankfurt am Main und München sind beide stark betroffen", sagte eine Sprecherin. Aber auch an Airports wie Hamburg und Köln gebe es viele Einschränkungen.

Reisende können sich über die Lufthansa-Website informieren, ob ihre Verbindung unter den gestrichenen Flügen ist . In der Onlineauskunft ist ein Sonderflugplan aktiviert - und dieser wird laut der Lufthansa auch befolgt.

Gestrandeten Passagieren wurden Umbuchungen angeboten. Es seien mehr als 150.000 Mails oder SMS mit Fluginfos versendet worden, heißt es in einer Erklärung der Airline. Vom Streik betroffene Passagiere finden hier weitere wichtige Hinweise und Telefonnummern.

In München blieben die meisten Lufthansa-Maschinen am Morgen am Boden. Nur einige wenige hoben ab - unter anderem nach Hongkong, Lissabon, Turin und Dresden. Am Terminal gab es bisher keine größere Unruhe. Viele Passagiere hatten sich offenbar auf die massiven Ausfälle eingestellt und waren gar nicht erst zum Flughafen gekommen. "Die Lage ist ruhig", sagt die Sprecherin.

115.000 betroffene Passagiere

Die zur Lufthansa gehörenden Fluglinien Austrian und Swiss hätten zudem extra größere Maschinen eingesetzt - und konnten so am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 350 zusätzliche Sitze auf Verbindungen wie zum Beispiel von Wien nach Frankfurt anbieten. Insgesamt sind allerdings an beiden Streiktagen um die 215.000 Kunden von dem Streik betroffen - heute werden aus laut Lufthansa rund 115.000 sein.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihren am Mittwoch begonnenen Ausstand zuvor noch einmal verlängert. Auch am Freitag soll weiter gestreikt werden, wie die Gewerkschaft ankündigte. Dann sind Verbindungen auf der Kurzstrecke, die aus Deutschland starten, betroffen. Lufthansa rechnet damit, am Freitag zumindest wieder alle Langstreckenflüge durchführen zu können.

Ein Ende des bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikts zwischen Europas größtem Luftverkehrskonzern und der Pilotengewerkschaft ist nicht absehbar. Es ist die inzwischen 14. Streikrunde. Die VC verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe.

Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister entgegnete am Donnerstagmorgen am Frankfurter Flughafen, die VC-Forderung nach einer Vergütungserhöhung von über 20 Prozent sei völlig überzogen. Er hoffe auf eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und würde auch eine Schlichtung begrüßen, sagte Hohmeister. Er entschuldigte sich bei den Passagieren, jeder Streiktag verursache rund zehn Millionen Euro Verlust für die Lufthansa.

Die Pilotengewerkschaft Cockpit lehnt eine Schlichtung des Tarifstreits bei der Lufthansa nach wie vor ab. Beim Management sei bisher "nicht einmal die grundsätzliche Bereitschaft zu einer fairen Gehaltsanpassung zu erkennen", sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg den "RuhrNachrichten". "Solange sich diese Einstellung nicht ändert, macht auch eine Schlichtung wenig Sinn." Es drohe ein "harter Arbeitskampf".

jus/dpa/AFP