Luftverkehr Warnung auf dem Ticket
London - Die beiden Kläger haben nach eigenen Angaben während eines Langstreckenfluges eine Venenthrombose bekommen. Ein solches Blutgerinnsel kann im äußersten Fall zum Tode führen.
In Australien wollen nach Informationen der "Times" und des "Daily Express" 800 Menschen Klage einreichen. Wenn sie Recht bekämen, könnten sie jeweils mit Schadenersatz in Höhe von etwa 30.000 bis 45.000 Mark rechnen. Die Hinterbliebenen von Passagieren, die an einer Thrombose gestorben seien, könnten bis zu 1,5 Millionen Mark bekommen. Die Anwältin Geraldine McCool, die die beiden britischen Kläger vertritt, sagte, ein Erfolg ihrer Mandanten hätte weit reichende Folgen. Fluggesellschaften müssten dann die Sitze vergrößern und für mehr Beinfreiheit sorgen.
BA hat sich nach "Times"-Angaben entschieden, künftig mit allen Flugtickets Warnungen vor dem "Touristenklasse-Syndrom" auszugeben. Den Passagieren werde darin geraten, lockere Kleidung zu tragen, nur leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen und nicht zu viel Alkohol zu trinken. Das Kabinenpersonal werde außerdem einfache Dehnübungen demonstrieren, mit denen das lange Sitzen während des Fluges unterbrochen werden könne. Ein Komitee des britischen Oberhauses hatte die Fluggesellschaften kürzlich zu solchen Schritten aufgefordert.
Ob das "Touristenklasse-Syndrom" wirklich besteht, ist umstritten. Wissenschaftliche Studien sind in dieser Frage zu völlig konträren Ergebnissen gekommen. Einige Forscher halten es jedoch für erwiesen, dass das stundenlange Sitzen auf den kleinen Flugzeugstühlen mit angewinkelten Beinen einen Blutstau in den Adern begünstigt. Im vergangenen Oktober war die 28-jährige Emma Christoffersen nach einem 23-stündigen Flug von Australien nach London an einer Thrombose gestorben.