Luftverkehrsstudie: Passagiere "elendig vernachlässigt" - DER SPIEGEL
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Luftverkehrsstudie Passagiere "elendig vernachlässigt"

Das britische Oberhaus fordert Fluggesellschaften dazu auf, Passagieren mehr Beinfreiheit zu bieten und weniger Alkohol zu reichen, um das Thrombose-Risiko zu verringern.
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London - Fluggesellschaften haben die Gesundheit ihrer Passagiere bisher "elendig vernachlässigt". Zu diesem Urteil kommt das eingesetzte Wissenschaftskomitee des House of Lords. In einem jetzt veröffentlichten Bericht wird gefordert, dass die Fluggesellschaften ihre Reisenden ausführlicher über mögliche Gesundheitsrisiken informieren und das so genannte Touristenklasse-Syndrom besser untersuchen.

Nach einer am Wochenende veröffentlichten Studie ist das Risiko, während eines Langstreckenflugs eine potenziell tödliche Thrombose zu bekommen, stärker als angenommen. Das stundenlange Sitzen in zu engen Stühlen führt demnach zu einer Verstopfung der Blutgefäße. Andere Forscher bestreiten einen solchen Zusammenhang.

In dem Bericht des Oberhauses heißt es dazu: "Obwohl ein zusätzliches Thrombose-Risiko wahrscheinlich gering ist, steht es außer Frage, dass Risikofaktoren wie die lange Immobilität und das eingezwängte Sitzen in einem Flugzeug gegeben sind." Bei der Gestaltung und Anordnung der Sitze nähmen die Fluggesellschaften auf die Gesundheit der Passagiere nicht die geringste Rücksicht. Die Unternehmen sollten ihren Kunden mehr Beinfreiheit und weniger Alkohol bieten, forderten die Lords und Ladys. Die britische Luftverkehrsbehörde müsse die Größe der Sitze eindeutig vorgeben.

Die Forderung kommt rund einen Monat nach dem Thrombosetod der 28-jährigen Emma Christoffersen, die nach einem 20-stündigen Flug von Australien kollabierte und starb.