Luxuslabel Hotels made by Valentino
Mailand - Die italienische Luxusmode-Firma Valentino will expandieren. Und wie andere Luxusmarken auch hat das Unternehmen die Hotelbranche entdeckt. Man wolle die Bekanntheit der Marke mit gleichnamigen Hotels steigern, heißt es.
Ob Valentino das tatsächlich nötig hat, sei dahin gestellt. Seit das Modelabel in den sechziger Jahren US-Schauspielerin Liz Tayler in ein betörendes weißes Kleid hüllte, hat die Marke einen festen Platz unter den Luxusgütern. Sicher ist, mit den Hotels springt das Unternehmen auf den Zug der Zeit auf.
Vor wenigen Tagen erst hatte Versace angekündigt, 15 Hotels bauen zu wollen. Auch Konkurrent Armani geht unter die Hoteliers: 2008 will der Modezar zwei Häuser eröffnen, eins in Mailand und ein zweites der Marke Bulgari auf Bali.
Valentino-Chef Matteo Marzotto sagte, das Unternehmen sei derzeit dabei, einen Partner zu suchen. Dieser solle eine Lizenz erhalten, um das Hotel unter dem Markennamen betreiben zu können, erklärte der Modespezialist am Rande einer Konferenz zu Luxusgütern in Mailand. Er gebe dieser Art der Erweiterung der Marke den Vorzug vor dem eigenen Betrieb von Hotels.
Doch bei Hotels soll es nicht bleiben. Valentino könnte in diesem Zusammenhang auch eine Schmuckkollektion herausbringen, so Marzotto. Auch Zukäufe seien nicht ausgeschlossen. Ziel sei es, das Modeunternehmen in einen Luxusgüterkonzern zu wandeln, der es mit Branchenschwergewichten wie dem französischen Unternehmen LVHM aufnehmen könne.
Die Marke Valentino gehört zur Valention Fashion Group, die 2005 nach der Aufspaltung des italienischen Textilkonzerns Marzotto an die Börse ging. Marzotto hatte Valentino 2002 erworben. Unter dem Dach der Valentino Fashion Group befinden sich neben Valentino Marken wie Boss, Principe und Uomolebole sowie die Lizenzmarken Marlboro Classics und M Missoni. Zuletzt kursierten Gerüchte, Valentino könnte womöglich an den Investor PPR (Gucci) verkauft werden. Auslöser war ein Interview mit PPR-Chef Francois-Henri Pinault, der andeutete, in Italien eine Luxusmarke übernehmen zu wollen.
mmo/Reuters