Malediven: China schickt Wasser - DER SPIEGEL
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Notstand nach Brand China und Indien schicken Wasser auf die Malediven

Weil ein Brand die einzige Meerwasser-Entsalzungsanlage lahmgelegt hat, wurde auf der Hauptinsel der Malediven der Notstand ausgerufen. Mehr als 100.000 Menschen sind auf Hilfslieferungen angewiesen.
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Bereits vor Tagen hat ein Kabelbrand die Wasserversorgung der Malediven-Hauptstadt Malé zum Erliegen gebracht. Wie die "Minivan News " am 4. Dezember berichtete, hat ein Feuer die Verbindung zwischen einem Generator und dem Schaltraum der einzigen Meerwasser-Entsalzungsanlage der Insel von der Stromversorgung abgeschnitten.

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Notstand nach Brand: Wasser für die Malediven

Foto: © Reinhard Krause / Reuters/ REUTERS

Anfangs habe die Malé Water and Sewerages Company noch versucht, die Wasserversorgung für die 130.000 Bewohner der Insel wenigstens für jeweils eine Stunde morgens und abends zu gewährleisten. Die Reparaturen würden binnen einiger Stunden abgeschlossen sein, hieß es anfangs. Mittlerweile musste man jedoch eingestehen, dass die Schäden weit schwerer sind als angenommen. Am Samstag erklärte Verteidigungsminister Mohamed Nazim, der Schaden sei beträchtlich und es könne bis zu einer Woche dauern, bis die Reparaturen abgeschlossen sind.

Unterdessen haben Indien und China mit Hilfslieferungen begonnen. Mit Transportflugzeugen lieferte die Indische Armee bis zum Samstag bereits 150 Tonnen Trinkwasser, China schickte zwölf Tonnen Wasser an Bord eines Linienflugs auf die Insel. Weitere Wasserhilfe sei unterwegs, berichtet die "Minivan News" am Wochenende. Unter anderem sei ein chinesisches Schiff mit 960 Tonnen Wasser an Bord unterwegs. China habe zwei weitere Schiffe mit Wasserlieferungen und Ersatzteilen auf den Weg gebracht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Unterdessen scheint die Verteilung der Wasserlieferungen in der Hauptstadt sehr geregelt zu erfolgen. In Verteilungszentren vor Schulen und öffentlichen Gebäuden verteile das Militär je zwei 1,5-Liter Flaschen Wasser pro Tag und Person. Einige Technik-Enthusiasten haben bereits eine App für Android-Smartphones  online gestellt, mit der sich Einwohner der Stadt informieren können, wo die nächste Wasserausgabestelle ist.

Die Malediven bestehen aus 1196 zum Teil winzigen Inseln im Indischen Ozean und zählen zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit dem Siebzigerjahren hat sich der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig entwickelt. Pro Jahr besuchen mehr als 800.000 Touristen die meist auf abgelegenen Inseln gebauten Hotels und Resorts. Trotz des Reise-Booms lebt ein großer Teil der rund 330.000 überwiegend muslimischen Einwohner in ärmlichen Verhältnissen.

mak