Versteigertes Hotel Metropol: Moskaus Jugendstilperle
Jugenstilperle Moskau versteigert legendäres Hotel Metropol
Das legendäre Moskauer Hotel Metropol ist am Donnerstag für umgerechnet 219 Millionen Euro versteigert worden. Die russische Hauptstadt fand schnell Käufer für das Jugendstilhotel, das nur wenige Gehminuten vom Roten Platz entfernt liegt. Ein russisches Unternehmen überbot in der Auktion mit insgesamt drei Interessenten den Startpreis von 8,7 Milliarden Rubel (215 Millionen Euro) und bekam damit den Zuschlag für das Fünf-Sterne-Hotel.
Das Metropol zählt zu Moskaus Top-Adressen, doch der Glanz von einst lässt sich nur noch erahnen. "Ein geschichtsträchtiges Hotel, dem man die Geschichte ansieht", urteilt ein Gast im Bewertungsportal Tripadvisor über Moskaus ehrwürdige Nobelherberge. Ein anderer schreibt: "Ein wenig verstaubt und althergebracht, das ist gleichzeitig aber auch der Charme des Hotels am Theaterplatz."
Um dem 1905 eröffneten Metropol eine neue Chance zu geben, soll nun ein neuer Besitzer das Kommando übernehmen. Die Stadt Moskau versteigerte das Hotel im Rahmen eines Privatisierungsprogramms. "Das Hotel kann ein effizienteres Management sowie eine zeitgemäße Renovierung vertragen", sagt Tatiana Tikova vom Moskauer Maklerbüro Colliers Real Estate.
Das Hotel Metropol ist mehr als nur eine traditionsreiche Unterkunft im Herzen von Moskau. Mit seiner Jugenstilfassade und dem markanten Majolika-Mosaik ist es eine wahre Sehenswürdigkeit gegenüber vom Bolschoi-Theater. Hier hat um 1917 revolutionäre Geschichte stattgefunden, als die Bolschewisten das Metropol übernahmen. Von den Balkonen des damals größten Hotels Russlands hielt der Revolutionär Lenin mehrere Reden.
Später mieteten sich hier auch Prominente wie Marlene Dietrich und Michael Jackson ein. Der 2009 verstorbene King of Pop hatte sich so in eine Lampe verguckt, die aus einer Bärenfigur bestand, dass er sie kaufen wollte. Doch das Stück war unverkäuflich. Wer das Hotel nun ersteigert, wird zwar viel Geschichte mitkaufen. Doch ein Großteil der Inneneinrichtung soll nicht mit unter den Hammer kommen, sagte Natalya Bocharova, die die Behörde für Moskauer Besitztümer leitet. Vor allem die antiken Möbel und Gemälde würden nicht versteigert. Ein Teil werde möglicherweise später veräußert, einige Objekte kämen auch ins Museum.
Das reich verzierte Gebäude des britischen Architekten William Walcot wurde 1991 renoviert und zählt heute 362 Zimmer, darunter 72 Suiten, auf 40.000 Quadratmetern.