Nahverkehr: Mit Bus statt Bahn - DER SPIEGEL
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Nahverkehr Mit Bus statt Bahn

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn will in den kommenden fünf Jahren etwa sieben Prozent der Zugkilometerleistung durch Busse ersetzen. Mehdorn: "Man muss doch abends um elf Uhr nicht mit einem großen Zug warme Luft in die letzte Ecke Deutschlands fahren."
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Frankfurt am Main/Saarbrücken - Auf der Streichliste stehen vor allem schlecht ausgelastete Züge. In einem Brief an die Mitarbeiter erklärte Mehdorn am Montag, zugleich wolle das Unternehmen mit einem optimal abgestimmten Angebot im Nah- und Fernverkehr zehn Prozent mehr Fahrgäste befördern.

Von geplanten Kürzungen in der Größenordnung von 50 Millionen Zugkilometer - das sind sieben Prozent des derzeitigen Angebots im Personenverkehr - hatte in der vergangenen Woche bereits die Eisenbahnergewerkschaft GdED berichtet. Bahnsprecher Reiner Latsch hatte daraufhin die Zahl als "reine Spekulation" bezeichnet.

Mehdorn schrieb, der Eindruck sei falsch, die Bahn wolle sich aus der Bedienung einzelner Strecken zurückziehen. "Das Gegenteil ist der Fall: Die Deutsche Bahn hat die Effizienz ihrer Züge und deren Nutzungsgrad überprüft und daraus Maßnahmen zur besseren wirtschaftlichen Auslastung der Ressourcen abgeleitet. In erster Linie geht es um eine marktgerechtere Bedienung der Kundennachfrage mit dem Ziel, insgesamt mehr Fahrgäste für die Bahn zu gewinnen."

Der "Bild"-Zeitung sagte der neue Bahnchef: "Man muss doch abends um elf Uhr nicht mit einem großen Zug warme Luft in die letzte Ecke Deutschlands fahren. Ab zehn Uhr abends setzen wir da halt für die wenigen Fahrgäste einen Bus ein." Mehdorn schrieb an die Belegschaft, die neue Marktstrategie stelle die Wirtschaftlichkeit des Bahnverkehrs langfristig sicher. "In den kommenden Monaten werden wir deshalb mit unseren Großkunden im Nahverkehr, den Ländern und den Verkehrsverbünden, über eine wirtschaftlichere Gestaltung und ein attraktives Gesamtangebot unseres Personenverkehrs sprechen."

Der Fahrgastverband Pro Bahn kritisierte den geplanten Einsatz von Bussen als Ersatz für Bahnen. "Das sind Pläne, die wir strikt ablehnen, weil der Bus in keinem Fall den Reisekomfort bietet wie ein Zug", sagte Pro-Bahn-Sprecher Holger Jansen am Montag in einem Interview des Saarländischen Rundfunks. Die Bahn AG solle lieber mehr betriebliche Flexibilität zeigen als Züge einzusparen.

Dagegen unterstützte der Fahrgastverband das Bemühen der Bahn, die Züge mit Hilfe von mehr Grenzschutzbeamten für die Kunden sicherer zu machen. Allerdings sei fraglich, wie die Bahn AG einerseits sicherer, pünktlicher und zuverlässiger werden solle, wenn sie andererseits einen massiven Personalabbau plane.

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