Neue Bahnpreise Beschlossene Sache
Die Formel "Kilometer mal Pfennigbetrag" gehört bei der Bahn bald der Vergangenheit an. Stattdessen sollen nach Vorbild des Luftverkehrs vor allem Frühbucher begünstigt werden. In der höchsten Rabattstufe können Reisende dann bis zu 60 Prozent des Grundpreises sparen.
Auch Inhaber der Bahncard werden anders als bisher von den Sonderangeboten profitieren können. Dafür wird auf die Karte aber nur noch ein Nachlass von 25 Prozent, statt wie bisher 50 Prozent eingeräumt. Die Bahncard für die Zweite Klasse wird künftig nur noch knapp 120 Mark kosten. Kinder und Ehepartner von Bahncard-Inhabern können für einen Preis von unter zehn Mark eine Extrakarte erwerben, die dann unabhängig genutzt werden kann.
Benachteiligt im neuen Preisgefüge werden Reisende im Nahverkehr. Die Rabatte für Frühbucher, die künftig die größten Sparmöglichkeiten bieten, werden nämlich erst ab einer Fahrtstrecke von 140 Kilometern eingeräumt. Kritiker weisen darauf hin, dass davon vor allem Berufspendler, die die bisherige Bahncard nutzen, betroffen sein werden. Außerdem schränkten die Frühbucherrabatte die Flexibilität der Reisenden ein. Ohnehin werde die Bahn nur ein begrenztes Platz-Kontingent für Frühbucher einräumen.
Bis zu Einführung des neuen Tarifsystems müssen nun noch die Preise für 22 Millionen mögliche Zugverbindungen errechnet werden.