Orkantief "Ginger" Bahnverkehr lag lahm
Hamburg - Der für die Jahreszeit untypische Orkan entwurzelte Bäume, die die Gleise blockierten, und zerstörte Oberleitungen. Am schlimmsten habe es den grenzüberschreitenden Verkehr in die Niederlande getroffen, resümierte Kusznir einen Tag nach "Ginger". Die Strecke zwischen Oberhausen und dem Grenzübergang bei Emmerich sei zwölf Stunden lang gesperrt gewesen. Die Bahn habe versucht, den Schienenverkehr durch Busse zu ersetzen. Auch auf den Gleisen zwischen Köln und Mönchengladbach sei für zehn Stunden kein Zug gefahren. Die S-Bahn-Chauffeure im Ruhrpott hätten teilweise die Anweisung bekommen, nicht schneller als fünf Stundenkilometer zu fahren, so Kusznir.
"Die Reparaturtrupps sind pausenlos im Einsatz", hatte der Bahn-Pressesprecher für Nordrhein-Westfalen, Manfred Ziegenrath, zu SPIEGEL ONLINE am Sonntagabend gesagt. "In NRW herrscht eine Ausnahmesituation. Kaum ist eine Oberleitung wieder intakt, stürzt einhundert Meter weiter der nächste Baum um". Der Zugverkehr sei größtenteils zusammengebrochen - ausgerechnet an einem Hauptreisetag. Am Montag meldete die Bahn, dass der Betrieb mittlerweile wieder regulär durchgeführt werde.
Die Reisenden hätten für die Verspätungen Verständnis gehabt, beschrieb Kusznir die Stimmung unter den wartenden Fahrgästen. Nicht nur in West-, sondern auch in Norddeutschland habe der Orkan den Zugverkehr gestört. Die Strecken Oldenburg - Leer, Bremen - Hamburg, Oldenburg - Bremen sowie zwischen Westerland auf Sylt und Hamburg seien für mehrere Stunden gesperrt gewesen, berichtete Kusznir. Genauere Angaben zu den entstandenen Schäden konnte er nicht machen. "Die Summe bewegt sich aber mit Sicherheit im sechsstelligen Bereich".