Piloten-Streik Iberia wird rund 1500 Flüge streichen
Madrid/Berlin - Auf dem Höhepunkt des Sommertourismus haben die Piloten der spanischen Fluggesellschaft Iberia einen einwöchigen Streik begonnen. 240 Flüge mussten bereits am ersten Tag gestrichen werden, und zahlreiche Urlaubsgäste mussten sich um neue Flugarrangements kümmern. Ein Unternehmenssprecher sagte, man fürchte den Ausfall von 1500 Flügen in den kommenden sieben Tagen, wovon 200.000 Passagiere betroffen wären.
Das befürchtete große Chaos an den Flughäfen blieb heute aber zunächst aus. Iberia hatte in Zeitungsanzeigen schon vergangene Woche vor dem Streik gewarnt und über Ausfälle informiert. Die Beschwerden an den Flughafenschaltern hielten sich daher in Grenzen, berichtete der Rundfunk.
Iberia teilte mit, die meisten der heutigen Stornierungen beträfen Flüge innerhalb von Spanien. Die Mehrheit der Langstreckenverbindungen und etwa die Hälfte aller Flüge innerhalb Spaniens und Europas seien nicht gestrichen worden. Von den 17 Spanien-Flügen von Deutschland aus fielen sechs weg, sagte eine Sprecherin von Iberia Deutschland in Frankfurt zur Nachrichtenagentur dpa.
Flüge nach Mallorca bleiben bestehen
Passagiere aus Deutschland, die in Spanien umsteigen, könnten jedoch auch von stornierten Inlandverbindungen betroffen sein. Auch wenn ihr Flug nicht wegen des Streiks abgesagt wurde, biete Iberia ihren Kunden an, ihn zu verschieben oder kostenlos zu stornieren. Alle Flüge auf die Balearen und Kanaren blieben aber auch während des Streiks bestehen, sagte die Sprecherin. Von Stornierungen betroffene Passagiere würden informiert und umgebucht.
Mit dem Streik wollen die Piloten gegen Pläne protestieren, eine Billigflug-Tochter zu gründen. In Verhandlungen gelang es Iberia nicht, die Flugkapitäne davon zu überzeugen, dass ihre Stellen sicher seien. Das Unternehmen hatte am Sonntag erklärt, es habe Beschäftigungsgarantien angeboten. Die Forderung der Piloten nach einer Festschreibung des Gehalts bis zum 65. Lebensjahr wies Iberia dagegen zurück.
Der Ausstand wurde begonnen, nachdem die Verhandlungen am Montag abgebrochen worden waren, wie die Pilotengewerkschaft Sepla mitteilte. Es war zunächst unklar, wie viele der 1900 Iberia-Piloten sich an der Maßnahme beteiligen würden. Der Streik bedeutet für das Unternehmen Einbußen von täglich fünf Millionen Euro. Das Verkehrsministerium legte für die Piloten Mindestdienste fest.
abl/Reuters/gms/dpa