Pilotenstreik: Lufthansa streicht 990 Flüge - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Pilotenstreik Lufthansa streicht 990 Flüge

Auf vielen deutschen Flughäfen droht Stillstand: Mitten in der Urlaubszeit hat die Vereinigung Cockpit die Piloten der Lufthansa-Töchter Eurowings und CityLine zum Ausstand aufgerufen. Laut Lufthansa sind Hunderte Flüge gestrichen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Bei den Lufthansa-Töchtern Eurowings und CityLine soll das Cockpit-Personal für eineinhalb Tage die Arbeit niederlegen. Die Piloten fordern unter anderem eine bessere Bezahlung. Von den Warnstreiks sind der Pilotenvereinigung Cockpit zufolge alle deutschen Standorte der beiden Gesellschaften betroffen. Der Streik begann am heutigen Dienstag um 12 Uhr und soll am morgigen Mittwoch um 24 Uhr enden.

Nach Angaben von Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty fallen an beiden Tagen Hunderte Flüge aus. "Für den heutigen Tag werden 465 von 625 geplanten Flügen gestrichen, für morgen sind es 525 von 625", sagte Lamberty zu SPIEGEL ONLINE.

Auf diesen Flughäfen drohen Ausfälle und Verspätungen:

  • Eurowings: Nürnberg, Düsseldorf, Hannover, Münster/Osnabrück, Frankfurt am Main, Bremen, Dresden, Leipzig/Halle, Stuttgart, Berlin-Tegel, Hamburg

  • Lufthansa CityLine: München, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, Berlin Tegel, Frankfurt, Bremen, Köln, Nürnberg, Paderborn, Münster/Osnabrück, Friedrichshafen, Dresden, Hannover, Leipzig

Die Lufthansa bietet betroffenen Fluggästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an. "Wir versuchen die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Fluggäste sollen - wenn möglich - auf andere Fluggesellschaften ausweichen können, innerhalb Deutschlands gibt es außerdem Gutscheine für die Bahn.

"Beeinträchtigung der Passagiere unumgänglich"

Hintergrund sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen, die unabhängig von den Verhandlungen für das Boden- und Kabinenpersonal bei der Lufthansa geführt werden. "Die Pilotenvertreter bedauern außerordentlich, dass eine Beeinträchtigung der Passagiere unumgänglich sein wird", heißt es in einer Cockpit-Pressemitteilung.

Der Streik sei für sie überraschend gekommen, sagte Lufthansa-Sprecher Lamberty. Besonders für CityLine könne das Unternehmen ihn nicht nachvollziehen. Erst vor kurzem sei ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt worden.

Eurowings und CityLine gehören beide zu Lufthansa. Die Gesellschaften sind vor allem auf innerdeutschen und innereuropäischen Strecken unterwegs. Die beiden Unternehmen beschäftigen zusammen rund tausend Piloten.

Erst vor zwei Wochen hatte ein ganztägiger Streik der Piloten zu mehr als 600 Flugausfällen geführt. Zahlreiche Flüge waren verspätet.

Die Piloten wollen eine Angleichung ihrer Gehälter an jene bei Lufthansa erreichen. Die Arbeitgeber hätten bisher keine verhandlungsfähigen Angebote vorgelegt, kritisierte Cockpit.

Easyjet freut sich auf Lufthansa-Streiks

Unabhängig von den Aktionen der Piloten läuft derzeit eine Urabstimmung der Gewerkschaft Ver.di. Dadurch könnten von Ende dieser Woche an unbefristete Streiks beim Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa folgen.

Davon will die Billigfluggesellschaft Easyjet nach Angaben ihres Deutschlandschefs profitieren. "Wir freuen uns auf den Lufthansa-Streik", sagte John Kohlsaat der "Berliner Zeitung". Dann könne seine Airline Geschäftsleuten, die normalerweise nicht mit Easyjet flögen, ihr Angebot für Business-Kunden vorstellen.

reh/dpa/Reuters/ddp

Mehr lesen über

Verwandte Artikel