Pisa: Der Schiefe Turm bleibt standhaft - DER SPIEGEL
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Pisa Der Schiefe Turm bleibt standhaft

Die Rettungsaktion für den Schiefen Turm von Pisa verläuft offensichtlich äußerst erfolgreich: Jeden Tag richte sich, so Experten, der Campanile um 1,5 Millimeter auf.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Zum ersten Mal seit 800 Jahren sei es gelungen, den Turm erheblich zu stabilisieren, sagt John Burland, Mitglied des internationalen Expertenteams zur Rettung des Turms, in der "Times". Der Professor für Ingenieurwissenschaften am Imperial College in London berichtete, eine Serie von Tests im vergangenen Monat habe den Erfolg des Projekts bewiesen. Der im 12. Jahrhundert erbaute Turm habe sich bereits 23 Zentimeter zur "richtigen" Seite geneigt.

Jeden Tag nehme die Schlagseite um 1,5 Millimeter ab. Im Juni nächsten Jahres werde sich der Turm voraussichtlich um insgesamt 45 Zentimeter in die Senkrechte zurückbewegt haben. Dann könne er hoffentlich zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder für Besucher geöffnet werden.

Die Wissenschaftler haben den Angaben zufolge sechs Meter unter der Nordseite des Turms 30 Tonnen Erde abgetragen. Dabei benutzten sie einen von Burland entwickelten Drillbohrer, der das Fundament des Turms nicht erschüttert.

Der nachgiebige Schlickboden, auf dem der Turm gebaut ist, rutschte durch das Abtragen der Erde langsam nach - und der Turm richtete sich Stück für Stück mehr auf. Die Arbeiten hatten Anfang vergangenen Jahres begonnen und sind im vergangenen Monat zur Überprüfung des Ergebnisses unterbrochen worden.

"Wir können jetzt mit Bestimmtheit sagen, dass das Verfahren funktioniert - und gut funktioniert", sagte Burland. "Es ist sogar besser gelaufen, als man nach dem Computermodell glauben konnte." Bis Anfang nächsten Jahres sollen deshalb noch einmal 30 Tonnen Erde abgetragen werden.