Rauchverbot Schweizer Züge werden qualmfrei
Bern - Wenn ab Sonntag das Rauchverbot in Kraft tritt, böten 19 Schweizer Bahnbetriebe "den Komfort für die überwiegende Mehrheit, nicht passivrauchen zu müssen und etwas mehr Platz zu haben", sagte Peter Vollmer, Direktor des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV), am Montag. Außerdem schütze es die Unternehmen vor Klagen des Personals. Mit dem Verbot wird der gesamte öffentliche Verkehr rauchfrei.
Der Leiter Fernverkehr beim Bahnunternehmen SBB, Vincent Ducrot, sprach von einer "logischen Folge zu Gunsten der Mehrheit der Bahnkunden". Es gehe nicht darum, die Raucher zu erziehen oder sie gegen die Nichtraucher aufzuwiegeln. Die Idee sei vielmehr, die Reisenden zu einer rauchfreien Pause in den Zügen zu animieren.
Diese Botschaft soll auch eine Informationskampagne mit Plakaten und Lautsprecherdurchsagen auf Bahnhöfen und in Zügen vermitteln. Generell werden kaum Probleme bei der Durchsetzung erwartet. Wer aber dennoch trotz Verbots der Zigarette nicht widerstehen kann, dem droht eine Geldbuße von 25 Franken (16 Euro).
Die Umrüstung der Züge und Bahnen kostet laut VöV rund elf Millionen Franken. Aschenbecher und Schwenktüren werden entfernt und Raucherabteile teils generell überholt. Auch in Bahnhöfen werden die Nichtraucherzonen größer. Neue rauchfreie Zonen erhalten ab Sonntag die sieben RailCity-Bahnhöfe Genf Cointrin, Lausanne, Bern, Basel, Luzern, Zürich und Winterthur. Bis Dezember 2006 sollen 23 weitere Bahnhöfe nachziehen.