Reiseimpfungen: Immer individuell beraten lassen - DER SPIEGEL
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Reiseimpfungen Immer individuell beraten lassen

Wer in die Ferne reist, sollte sich vor der Abfahrt über eventuelle Gesundheitsgefahren am Reiseziel persönlich informieren. Das gilt insbesondere für Urlaube in tropischen Ländern, denn die Liste der lebensgefährlichen Erkrankungen ist lang.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Einige Länder Afrikas und Südamerikas können die Einreise verweigern, wenn keine Gelbfieberimpfung vorgewiesen werden kann. Doch auch unabhängig von solchen Vorschriften empfehlen Mediziner für Reisen in tropische Gebiete dringend eine Gelbfieberimpfung, die dann für jeweils zehn Jahre gilt. Gelegentlich wird von Staaten, in denen Cholerafälle gehäuft auftreten, entgegen den Bestimmungen der WHO eine Impfung verlangt. Die Injektions-Impfung ist jedoch komplikationsreich und wird von der WHO nicht mehr empfohlen. Dieser ist die Schluckimpfung vorzuziehen, die einen 60- bis 80-prozentigen Impfschutz bietet und in internationalen Apotheken rezeptpflichtig erhältlich ist.

Unabhängig von einer Impfung ist es unbedingt notwendig, sich strikt an Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygieneregeln zu halten, denn durch schlechte hygienische Bedingungen werden Krankheiten, wie etwa Hepatitis A, eine Virusinfektion der Leber, oder Typhus übertragen. Allerdings kann man sich auch dagegen impfen lassen. Der Meringokokken-Meningitis kann durch eine Spritze vorgebeugt werden. Bei längeren Aufenthalten in ländlichen Gebieten Südostasiens ist ein Japan-B-Encephalitis-Schutz zu erwägen. Fernreisende sollten zudem kontrollieren, ob Polio-, Tetanus- und Diphterie-Impfung aufgefrischt werden müssen.

Weitere Informationen erhält man bei den Tropenmedizinischen Abteilungen oder Impfinstituten der Universitätskliniken vieler deutscher Städte oder den örtlichen Gesundheitsämtern. Diese Anlaufstellen stehen im engen Kontakt mit weltweiten Organisationen, wie beispielsweise der WHO, die die einzelnen Tropenkrankheiten kontinuierlich beobachten und entsprechende Informationen schnell verbreiten. Allgemein gehaltene Bücher oder Broschüren zum Thema sind häufig schon am Erscheinungstermin nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die einzelnen Impfungen sind teuer und werden nur selten von den Krankenkassen übernommen, da diese Reisen als privates Vergnügen einstufen.