Reisemedizin Impfschutz in Europa wird wichtiger
Düsseldorf - Wer eine Fernreise plant, erkundigt sich vorher meist genau über Gesundheitsrisiken. Doch die Gefahr einer Ansteckung liegt oft näher, als viele Urlauber denken. "Jeder sollte sich vor einer Reise informieren und seinen Impfschutz überprüfen", rät Anja Kempin, Fachärztin für Allgemeinmedizin vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Generell sollte alle zehn Jahre der Schutz gegen Tetanus und Diphtherie aufgefrischt werden. "Menschen ab dem 60. Lebensjahr sollten sich außerdem gegen Grippe und gegen Pneumokokken, die Lungenentzündung hervorrufen, impfen lassen", sagt Kempin. Gleiches gelte für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma. Diese Maßnahmen werden in der Regel von der Krankenkasse bezahlt.
Wer nach Süddeutschland, Österreich, in die Schweiz, nach Osteuropa oder nach Schweden reist, sollte sich laut Kempin vor der durch Zecken übertragenen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) schützen. Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfungen, die etwa alle drei Jahre mit einer Impfung aufgefrischt werden sollte. Die Krankenkasse zahlt zum Beispiel, wenn der Patient im Zeckenverbreitungsgebiet wohnt.
Für die Ferien in Südosteuropa und rund ums Mittelmeer empfiehlt Kempin Impfschutz gegen Hepatitis A, das durch verunreinigte Nahrung übertragen wird. Die zweite Impfung nach einem Jahr hält zehn Jahre vor, muss allerdings selbst bezahlt werden. In Ost- und Südosteuropa sei zudem die Tollwut weit verbreitet. "Wer länger in ländlichen Gebieten unterwegs ist oder mit Tieren in Kontakt kommt, sollte sich bei seinem Hausarzt oder einem reisemedizinisch qualifizierten Mediziner erkundigen, ob eine Impfung sinnvoll ist." Diese Vorsorgebehandlung werde allerdings nicht von den Kassen übernommen.
Weitere Informationen erteilen das Centrum für Reisemedizin in Düsseldorf oder das Reisemedizinische Zentrum in Hamburg.
har/ddp