Sicherheit auf der Piste: Du sollst nicht rasen - DER SPIEGEL
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Sicherheit auf der Piste Du sollst nicht rasen

Skifahrer schimpfen über rücksichtslose Snowboarder, Eltern über rasende Abfahrer, Carver über kreuzende Anfänger - allerdings gelten auch auf Skipisten strenge Regeln, die im Zweifelsfall zur Rechtsprechung herangezogen werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren" und "Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links" - ein großer Teil der Sportler, die sich auf den winterlichen Pisten tummeln, kennt die zehn Gebote, die der internationale Skisportverband FIS aufgestellt hat, nicht. Bewährt und kontinuierlich durch Gerichtsurteile ergänzt, sollen sie Unfälle durch Personenkollisionen verhindern und stellen die Grundlage für eventuelle Rechtstreits dar.

Für mehr Sicherheit auf Pisten wollen Skigebiete in Österreich mit Comics, Trainingscamps und Lawineninformationen über Internet sorgen. Die Initiative "Safer Snow" wirbt seit einigen Jahren mit einem Comic unter dem gleichen Titel für rücksichtsvolle Fahrweise und gibt Hinweise für die eigene Sicherheit. Der Leporello, der an den Talstationen österreichischer Seilbahnen verteilt werden soll, passt in eine Jackentasche, nimmt Bezug auf die FIS-Pistenregeln und richtet seine Appelle an Eigenverantwortung in witziger Gestaltung vor allem an Kinder und Jugendliche.

Eine Tiroler Initiative spricht vor allem jugendliche Snowboarder an. Unter dem Titel "Snowboard Avalanche Awareness Camps" werden kostenlose Schulungen angeboten. In den zweitägigen Lawinencamps erhalten Sportler ab 14 Jahren Informationen zur Lawinengefahr. Ähnliche Programme bieten auch der Österreichische Alpenverein und die Austrian Snowboard Association an. Tourengeher können sich über die aktuelle Lawinensituation in Österreich unter www.lawine.at informieren. Eine handliche Karte "Sicher: Ski.Berg.Tour" mit wichtigen Adressen und Notrufnummern sowie Sicherheitstipps vor allem für Tourenfahrer ist unter info@tirol.at oder telefonisch unter 0043/512/ 72 720 erhältlich.

Italien hingegen vertraut nicht auf die Eigenverantwortung von Skifahrern und Snowboardern: Ab diesem Winter wird es getrennte Abfahrten für die beiden Wintersportdisziplinen geben, und eindeutige Regeln für Überholmanöver und Vorfahrt werden eingeführt. Für Kinder besteht Helmpflicht. Verstöße gegen diese gesetzlichen Vorgaben werden mit hohen Geldstrafen geahndet, die selbst über Kommunen, die für die Sicherheit verantwortlich sind, verhängt werden können.

Pistenpolizisten, die rüde Wintersportler ermahnen und ihnen auch schon mal die Pistenregeln erklären, sind bereits im letzten Winter in Österreich und Deutschland unterwegs gewesen. Private Sheriffs werden zum Beispiel in Kärnten von Skiliftbetreibern angestellt, im Allgäu sind sogar Beamte auf Skistreife unterwegs.

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