Sonne Die Haut vergisst nichts!
Bonn - "Sonne ist etwas Wunderschönes", sagt Eva Kalbheim, Ärztin und Sprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn. Aber wer im Leben viele Sonnenbrände bekommt, erhöht erheblich sein Hautkrebsrisiko. Nach Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention in Hamburg ist Hautkrebs weltweit die häufigste Krebsart. Auf sie entfallen jährlich die meisten Neuerkrankungen. Verantwortlich dafür ist auch, dass viele Menschen unbedacht mit den Sonnenstrahlen umgehen.
Besonders unterwegs ist Vorsicht vor der UV-Strahlung geboten. In den Ferien ist man automatisch länger und direkter der Sonne ausgesetzt als im Alltag. Die Sonnenstrahlung ist zudem in vielen Urlaubsländern stärker als zu Hause. Eva Kalbheim empfiehlt Urlaubern daher zu beobachten, wie Einheimische mit der Sonnenstrahlung umgehen. "Schauen Sie bei den Leuten darauf, ob sie etwa Kopf und Arme mit Kleidung schützen." Entsprechend sollten Urlauber ihre eigene Kleidung auswählen.
Am Alltag der Bevölkerung sollten Urlauber sich mit ihrer Tagesplanung orientieren. "Im Süden sieht man mittags kaum jemanden auf der Straße. Also sollten auch Urlauber die starke Mittagssonne meiden". Wer auf das Sonnenbad nicht verzichten will, sollte für ausreichenden Sonnenschutz sorgen. Es ist ganz wichtig, Sonnencremes mindestens 30 bis 40 Minuten vor dem Verlassen der Wohnung aufzutragen.
Besondere Aufmerksamkeit muss den so genannten Sonnenterrassen des Körpers geschenkt werden. Dazu gehören Ohren, Nasenrücken, Stirn, Lippen und Schultern. Aber auch Knie, Brust- und Poansatz sowie Unterarme, Fuß- und Handrücken brauchen besonders sorgfältigen Schutz. Ausreichend ist bei Cremes ein Sonnenschutzfaktor von 15 bis 20. "Höhere Schutzfaktoren wirken nicht besser. Mit Faktor 20 wehrt man bereits 96 Prozent aller UV-Strahlen ab.
Beim Kauf von Sonnenschutzmitteln ist ein Blick auf das Etikett unverzichtbar. Empfehlenswert sind Produkte mit möglichst geringem Zusatz von Konservierungsstoffen und Parfüms. Diese könnten zu allergischen Reaktionen führen. Zudem sollen Käufer darauf achten, dass die Sonnencreme die Schutznormen für UVA- und UVB-Strahlen erfüllen.
Strandurlaubern raten Experten, wasserfeste Cremes einzupacken: "Die Sonnenstrahlung reicht bis zu drei Meter tief ins Wasser. Auch beim Schnorcheln kann man daher schnell einen Sonnenbrand bekommen." Zudem sollen sich Urlauber sich nach dem Schwimmen erneut eincremen.
Im Wasser brauchen besonders Kinder Sonnenschutz. Weil die Wasseroberfläche wie ein Spiegel wirkt, ist die UV-Strahlung beim Planschen höher als am Strand. Eltern sollten daher Sorge tragen, dass ihre Kinder auch im Wasser geschützt sind. Mützen mit Nackenschutz und T-Shirts halten die UV-Strahlung von den besonders gefährdeten Hautpartien ab. Die übrigen Körperstellen sollten sorgfältig mit Sonnenmilch eingecremt werden. Kinder unter einem Jahr gehören gar nicht in die Sonne.
Die Verwendung von besonders viel Sonnencreme bringt keinen gesteigerten Sonnenschutz. Wer mehrere Stunden in der Sonne liegt, bei dem lassen sich Hautschäden nicht vermeiden. Es empfiehlt sich daher, die ersten drei bis vier Tage lediglich kurze Sonnenbäder zu nehmen. Bis man sich richtig an die Sonne gewöhnt hat, braucht man ohnehin zwei Wochen.
"Man muss ja auch gar nicht in die pralle Sonne gehen, um braun zu werden", ergänzt Eva Kalbheim. Die Strahlen, die die Pigmentierung der Haut anregen, treffen überall auf den Körper. "Die Haut nimmt daher auch im Schatten Bräune an". Nicht ratsam ist den Experten zufolge das so genannte Vorbräunen. Dadurch steigert sich nur die UV-Dosis, die Haut kann schadlos im Leben nur eine bestimmte Menge an Sonnenstrahlen aufnehmen. Jeder Sonnenstrahl, den wir auf die Haut bekommen, addiert sich. Das Vorbräunen verkürzt also nur die Zeit, die man in der Sonne liegen kann. Auf den Gang ins Solarium kann man daher getrost verzichten
Thorsten Wiese, gms