Sonnenseiten: Schnorcheln mit Picasso - DER SPIEGEL
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Sonnenseiten Schnorcheln mit Picasso

Palmen, türkisfarbenes Wasser und knallblauer Himmel: Mitten in dieser Postkartenidylle fand Stephan Orth das Südsee-Klischee plötzlich gar nicht mehr schlimm. Andrea Kinzinger begegnete dagegen ihrem Paradies auf Erden an staubigen Pilgerpfaden. SPIEGEL-ONLINE-Autoren zeigen ihre schönsten Urlaubstipps.
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Cook-Inseln: Schnorcheln mit Picasso

Die Aitutaki-Lagune auf den Cook-Inseln in der Südsee ist etwa 20.000 Kilometer von Deutschland entfernt, so weit wie kaum ein anderer Ort der Erde. Trotzdem ist der Besuch wie ein Déja-vu-Erlebnis: Die Lagune ist so klischeehaft türkisfarben und palmeninselgesäumt, dass man denkt, das schon einmal gesehen zu haben – in Filmen, Reisekatalogen oder Träumen.

Fast 4000 Meter erhebt sich die dreieckig geformte vulkanische Insel vom Meeresboden, doch diese Abgründe scheinen meilenweit weg zu sein, wenn man mit Schnorchel und Flossen das flache glasklare Wasser der Lagune erkundet. Gefährliche Wassertiere gibt es hier kaum, nur gelegentlich versucht ein vielfarbiger Humuhumunukunukuapuaa (deutsch: Picasso-Drückerfisch), des Schnorchlers Fingerkuppen zu verspeisen – zur Erleichterung des Fingerbesitzers ebenso zahn- wie erfolglos.

Auf den Schock gibt es dann erst mal eine Fischmahlzeit: Unter dem Sonnenschutz einer Kokospalme knabbern die Teilnehmer einer Lagunenrundfahrt gegrilltes "Red Snapper"-Filet und fragen sich, was ihre neue Lieblingsfarbe ist - das zarte Hellblau des Himmels oder das volle Türkis des Wassers. Ob die Meuterei auf der "Bounty" vielleicht deshalb passierte, weil drei Wochen zuvor Kapitän William Bligh vor Aitutaki abdrehte, anstatt seine Leute für ein paar Tage zum Angeln zu schicken? Verständlich, dass eine solche Freizeitverweigerung die Mannschaft auf die Palme brachte.

Apropos Palmen: "One Foot Island", eine Insel, deren Form von oben einem Fußabdruck ähnelt, hat sogar einen eigenen Poststempel – ein beliebtes Souvenir für Urlaubspostkarten an die Lieben zu Hause. Damit auch die denken, das alles schon mal gesehen zu haben, wenn sie nach Aitutaki kommen.

Bishops Lagoon Cruises, Aitutaki, Cook Islands.
Email: bishopcruz@aitutaki.net.ck
Telefon: 00682-31009
Fax: 00682-31493

Tipp von Stephan Orth, Reisejournalist und Südseefreund, der seit seinem Besuch auf Aitutaki manche Klischees gar nicht mehr schlimm findet.


Jakobsweg: Paradies in leerer Landschaft

Die Meseta in ist karg und staubig. Auf breiten Wegen wandert der Pilger durch eine leere Landschaft nach Santiago de Compostela, vorbei an ausgedörrten Sonnenblumen-Feldern. Stunde um Stunde, Tag um Tag. Da endlich erreicht er das kleine mittelalterliche Dorf Boadilla del Camino. Dort - verborgen hinter einer hohen Steinmauer - befindet sich das Paradies - zumindest aus Sicht der Pilger: die Albergue en el Camino.

Über einen schmalen Weg kommt man in den kleinen grünen Garten der Herberge. Dort weht eine sanfte Brise. Sie lässt die Hitze der vorangegangenen Stunden vergessen. Im Rasen eingelassen ist ein kleiner Swimming-Pool. Wanderer kühlen darin ihre geschundenen Füße. In der Hand: ein frisch gezapftes Pils.

Der Jakobsweg erfreut sich vor allem in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit, sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. So waren 2003 knapp 75.000, 2004 - im Heiligen Jahr - sogar knapp 180.000 Menschen unterwegs.

Zugegeben, die private Unterkunft in Boadilla del Camino ist nicht ganz billig, zumindest im Vergleich zu den kirchlichen oder kommunalen Herbergen, die an der rund 800 Kilometer langen Strecke den Pilgern für durchschnittlich fünf Euro ein Bett bieten. In dem mittelalterlichen Dörfchen muss der Pilger dagegen um die zehn Euro zahlen und - da keine Küche vorhanden ist, in der er selbst kochen könnte, wie das sonst üblich ist - das Restaurant der Herberge besuchen.

Aber auch das ist eine Wohltat. Und so schreibt denn auch eine Wanderin im Gästebuch der privaten Herberge: "Erstmals hatte ich das Gefühl im Urlaub zu sein. Und das nach drei Wochen wandern."

Albergue en el Camino
Plaza El Rollo
Boadilla del Camino (Palencia)
Telefon: 00 34- 979 81 02 84

Tipp von Andrea Kinzinger, Panorama-Journalistin, die im vergangenen Jahr einen Teil des Pilgerweges gegangen ist.

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