Sonnenseiten Zu Gast bei Straßenkindern
Slettestrand in Norddänemark: Sand, Sonne, Schlemmen
Ein breiter, hier und da mit Muscheln bedeckter Sandstrand mündet in einen imposanten Dünengürtel: Der unter Naturschutz stehende Slettestrand in Nordjütland am obersten Ende Dänemarks ist tatsächlich noch ein Geheimtipp. Rund 20 Kilometer lang schmiegt er sich in die Moränenlandschaft der Jammerbucht.
Weiche Sandhänge wechseln sich mit hellgrünem Strandhafer ab, windgeschützte Mulden bieten ideale Lagerplätze fürs ungestörte Sonnenbad. Wegen seiner Größe wirkt der Strand selbst im Sommer oft menschenleer. Wer sich einige hundert Meter von den Ferienhäusern am Zufahrtsweg entfernt, hat die Natur ganz für sich. Hinter den Dünen lädt ein Heidegebiet zu ausgedehnten Spaziergängen im gesunden Nordseeklima ein. Die Luft ist vom Duft der Wildkräuter erfüllt, Blumen und Blaubeeren geben dem satten Grün bunte Farbtupfer. Am westlichen Ende grenzt der Strand an den Höhenzug Svinkløvene, der von einem verwunschenen Wald aus Kiefern, Fichten und Edeltannen gekrönt wird.
Am Fuße des Höhenzugs, direkt an den Dünen, liegt das Badehotel Svinkløv, einer der letzten Zeugen des mondänen Strandlebens der 1920er Jahre. Im Jahr 1925 von einem königlichen Architekten erbaut, zählt das Holzhaus zu den schönsten Hotels in Dänemark. Die 36 blitzsauberen Zimmer sind im skandinavischen Stil eingerichtet, der Service ist ausgezeichnet, und das Fünf-Sterne-Restaurant serviert feine nordeuropäische und italienische Küche.
Svinkløv Badehotel , Svinkløvvej 593, Svinkløv. 9690 Fjerritslev (auch im Restaurant unbedingt einige Tage im Voraus reservieren). Slettestrand, Dänemark
Tipp von Florian Harms, Reiseredakteur, der als Süddeutscher dem Licht an dänischen Küsten verfallen ist.
"Friends" in Pnomh Phen: Zu Gast bei Straßenkindern
Schon das Zusehen macht Spaß. Wie die vielen jungen Kellner und Kellnerinnen konzentriert zwischen den dicht besetzten Tischen durchwuseln, die Luft schwirrt vor Geschäftigkeit. Und die Räume! Knallgelbe und dunkelblaue Wände, auf denen kunterbunte Kinderzeichnungen leuchten, über dunklen Tischen prangt die Tempelstadt Angkor Wat in satten Öl-Farben.
Und erst das Essen. Als Vorspeise ein Hummus aus sonnengetrockneten Tomaten auf einem knusprigen Wonton? Oder ein Mango-Kohl-Salat mit Sesam und Limone? Und dann ein Khmer-Chicken-Curry? Fusion-Food, ein Puzzle aus Gerichten aller Welt, steht auf der Menükarte des Restaurants "Friends" mitten in Pnomh Penh, und aus aller Welt sind auch die Gäste. Wir bestellen alles auf einmal, wie es Sitte ist in Kambodscha.
Das "Student" oder - seltener - "Teacher" auf den grellgelben und roten T-Shirts der Bedienung verrät es: Hier wird noch gelehrt und gelernt - kellnern, kochen, Gerichte kreieren, Finanzen organisieren. "Friends" ist eines der vielen Projekte von Mith Samlanh auf Deutsch "guter Freund", einer Straßenkinder-Hilfsorganisation, gegründet von Touristen. 10.000 bis 20.000 Kinder leben auf den Straßen von Pnomh Penh, Tausende haben in den letzten zwölf Jahren Zuflucht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft bei Mith Samlanh gefunden. Viele erhielten nach ihrer Ausbildung einen Job in der Gastronomie.
So wie "Friends" für die Kinder ein Lichtblick ist, so ist das Restaurant auch ein Farbklecks in der immer noch vom Bürgerkrieg gezeichneten Stadt, in der graue mehrstöckige Häuser und Verkehrschaos in engen Straßen Lebensalltag sind, während die schmucken französischen Kolonialbauten am Ufer des Mekong für Touristen hergerichtet werden.
"Friends the Restaurant" 215, Street 13 Phnom Penh, Kambodscha
Tipp von Antje Blinda, Reiseredakteurin, für deren Magen das "Friends" nach vier Wochen ungewohnter Kost ein Lichtblick war.