Spanien Eta droht Touristen mit Terror
Bilbao - Es gelte, die spanische Wirtschaft zu treffen und ausländische Investitionen zu verhindern. Dies erklärten die Terroristen nach Informationen von Fernsehanstalten in einem internen Bulletin. Dazu sollten auch Schutzgelder - die so genannte Revolutionssteuer - von international tätigen Konzernen erpresst werden.
Die Eta kündigte eine systematische Terrorkampagne an. Diese soll auch "Oligarchen, Reiche, Bankiers und Manager" treffen, meldet die Nachrichtenagentur Europa Press, der das Schreiben vorliegt. Der Tourismus sei wegen seiner großen Bedeutung für die spanische Wirtschaft ein Ziel. Die Organisation drohte aber auch mit Anschlägen gegen nicht nationalistische Politiker und Journalisten, die sie als Handlanger des "faschistischen spanischen Staates" bezeichnete.
Zwar gilt die Eta nach den Fahndungserfolgen der Polizei in Spanien und Frankreich als stark geschwächt. Dennoch hat sie in jüngster Zeit mehrere Anschläge verübt. So ließen die Terroristen vergangene Woche auf dem Gelände der größten Transportfirma des Baskenlandes eine Bombe hoch gehen. Ende Juni zündeten sie einen Sprengsatz vor einem Strandhotel in der baskischen Küstenstadt Getxo. Bei den Attentaten entstand erheblicher Sachschaden.
Bereits Anfang des Jahres hatte die Eta mit Terror in spanischen Ferienorten gedroht. Im vorigen Sommer hatte die Organisation eine Serie von Anschlägen in Urlaubsgebieten verübt. Die Rechnung, mit solchen Attentaten dem Tourismus zu schaden, ist aber nie aufgegangen. Seit 1979 wurden über 100 Bombenanschläge in Ferienorten verübt. Die Mehrzahl der Urlauber ließ sich davon jedoch nicht abschrecken. Noch nie kam ein Tourist bei solchen Angriffen ums Leben.