Spanien Legionärskrankheit greift um sich
Vier Tage nach Ausbruch der Epidemie ist die Zahl der Verdachtsfälle auf 253 angewachsen, 206 Menschen liegen bereits in Krankenhäusern, sechs auf der Intensivstation. Bei 86 Menschen wurde die Krankheit bereits eindeutig diagnostiziert. Wahrscheinlich hat die Infektion bereits ein Todesopfer gefordert.
Die Erkrankten leiden an den typischen Symptomen der Legionärskrankheit: hohes Fieber, Durchfall und Lungenentzündung. Auch ein Deutscher wurde jetzt mit einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei dem Mann handele es sich jedoch nicht um einen Touristen, teilte die Sprecherin des Gesundheitsamts mit. Er lebe bereits seit längerer Zeit in der Stadt.
Die Krankenhäuser Murcias erlebten einen Ansturm: Hunderte Menschen drängten aus Angst, sich angesteckt zu haben, in die Notaufnahme und mussten dort stundenlang auf ärztliche Behandlung warten.
Unterdessen kündigte die Regierung in Madrid schärfere Gesundheitsvorschriften und Kontrollen an, um einen erneuten Ausbruch der Epidemie zu verhindern. Verbraucherschützer werfen den Behörden vor, nicht ausreichend über die Krankheit informiert zu haben.
Angesichts der Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen schließen Experten nicht aus, dass die Zahl der Erkrankten weiter steigt. Die Feriengebiete an der Costa Blanca sind bisher von einem Ausbruch der Legionärskrankheit verschont geblieben.