Sparprogramm Bahn baut Autozug-Verbindungen massiv ab
München/Dortmund - Die Deutsche Bahn streicht ihr Autozug-Angebot erheblich zusammen. Im morgen beginnenden Winterfahrplan wurden vier von neun Verladebahnhöfen in Deutschland gestrichen: Troisdorf bei Köln, Bremen, Lindau und Kornwestheim. Auch die Zahl der Verbindungen sei von zehn auf fünf reduziert worden, teilte der ADAC heute in München mit.
Von 1200 Zügen im Vorjahr bleiben demnach in diesem Winter nur 920 übrig. Auch im Sommerfahrplan ab April werden von 13 Verladebahnhöfen sechs geschlossen. Die DB Autozug GmbH in Dortmund bestätigte die Zahlen. Das Unternehmen gebe unwirtschaftliche Strecken auf, sagte ein Sprecher.
Im Sommer werde es keine Autozug-Verbindung mehr aus Süddeutschland Richtung Mittelmeer geben, kritisierte der ADAC weiter. Nach Angaben des Sprechers der DB Autozug wird auch der Bahnhof Stuttgart-Kornwestheim geschlossen, von dem im Sommer Züge an die Nord- und an die Ostsee fuhren. Die Autoreisezüge seien zwar gut ausgelastet gewesen, im Winter allerdings habe der Bahnhof nicht genutzt werden können.
Auch die Verbindung nach Rijeka in Kroatien gibt es im Sommer nicht mehr. Das Durchfahrtsland Slowenien habe zu hohe Schienennutzungsgebühren verlangt. Autofahrer könnten aber noch bis Villach in Österreich mit dem Autoreisezug fahren.
Ertragreich und damit sicher sind dem Sprecher zufolge Autoreisezüge auf langen Strecken, die vor allem nachts fahren. Er nannte Züge aus Nord- und Westdeutschland nach Frankreich oder Italien. "Damit verdienen wir Geld." Auf solchen Strecken würden auch die bis zu 40 alten Autotransport-Waggons der Bahn erneuert werden.
Der ADAC erklärte, dieser "massive" Abbau sei der falsche Weg. Angesichts des zunehmenden Fahrzeugverkehrs auf den wichtigsten Urlauberstrecken und der wachsenden Belastung für die Umwelt sei das Autozug-Angebot der Bahn sinnvoll.
abl/AFP