St. Patrick's Day "Zum Teufel mit der Rezession!"
Washington - Grün war Trumpf am St. Patrick's Day - auch im Weißen Haus. Zu Ehren des irischen Staatsbesuchs wurde im Präsidentensitz grüner Sekt serviert, vor dem Gebäude floss aus einem Brunnen grünes Wasser, und auch US-Präsident Barack Obama trug einen grünen Schlips.
So viel Grün verwirrte wohl den irischen Ministerpräsidenten Brian Cowen: Der Gast aus Dublin hatte bereits die ersten Absätze seiner Rede im Weißen Haus vorgetragen, als er bemerkte, dass ihm dies irgendwie bekannt vorkam: Cowen hatte gerade Wort für Wort die Ansprache wiederholt, die Obama zuvor gehalten hatte.
Der Ministerpräsident stoppte abrupt, schaute Obama an und sagte: "Das ist Ihre Rede!" Der US-Präsident lachte, kehrte zum Podium zurück und half Cowen dabei, dessen vorbereitete Ansprache auf dem Teleprompter zu finden.
Das grüne Brunnenwasser vor dem Weißen Haus sei eine Idee von Michelle Obama gewesen, teilte eine Sprecherin mit. Die First Lady habe sich dabei von den Feierlichkeiten in ihrer Heimatstadt Chicago inspirieren lassen. Dort wird am St. Patrick's Day sogar die Illinois-Wasserstraße grün gefärbt.
"Lasst uns tanzen!"
Nicht nur Washington stand am Dienstag ganz im Zeichen des St. Patrick's Day. Während Irland am 17. März traditionell das Fest zu Ehren des Nationalheiligen feiert, erinnern sich die USA an ihre irischen Wurzeln. "Nicht alle Amerikaner sind Iren, aber alle Amerikaner unterstützten die, die auf der Seite des Friedens stehen", sagte Obama dem Gast aus Dublin mit Blick auf die jüngsten Anschläge in der britischen Provinz Nordirland.
In Irlands Hauptstadt Dublin haben bis zu 500.000 Menschen mit farbenprächtigen Paraden und ausgelassenen Straßenfesten den St. Patrick's Day gefeiert. "Zum Teufel mit der Rezession! Lasst uns tanzen!" lautete am Dienstag das Motto. Trotz wirtschaftlicher Probleme und steigender Arbeitslosigkeit ließen sich die Iren am Feiertag ihres Nationalheiligen die Stimmung offensichtlich nicht verderben.
Wie es die Tradition allerdings wohl auch verlangt, arteten die Feierlichkeiten in einigen Teilen von Dublin und Belfast zu Straßenschlachten aus, bei den Autos in Brand gesetzt wurden und Steine flogen. Nach ersten Zählungen der irischen Polizei wurden 200 Menschen bei Ausschreitungen festgenommen, in Nordirland waren es 19 Jugendliche.
Irland, einst als keltischer Tiger gepriesen, ist von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders stark heimgesucht worden. Dennoch fielen die Feierlichkeiten nicht weniger prächtig aus als in vorangegangenen Jahren, als die Wirtschaft noch boomte.