St. Petersburg: Neue Hotels sollen Touristen locken - DER SPIEGEL
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St. Petersburg Neue Hotels sollen Touristen locken

Als typisches Touristenziel gilt Russland nicht. Nur wenige Besucher verirren sich in das größte Land der Welt. Das Kronjuwel Russlands ist St. Petersburg mit seinen Schlössern und Parks, dem historischen Zentrum und den zahlreichen Museen.
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Leider macht St. Petersburg noch zu wenig daraus. Doch die Stadtväter wollen die alte Zarenresidenz zur touristischen Hauptstadt Russlands und ganz Nordwesteuropas machen. "Der Tourismus kann der wichtigste Wirtschaftsfaktor für die Stadt werden", heißt es im städtischen Komitee für Tourismus.

Nach Angaben des Komitees kommen jährlich etwa zwei Millionen ausländische Gäste nach St. Petersburg, Tendenz langsam steigend. Aber es könnten viel, viel mehr sein. "Bis zu 30 Millionen", sagt der Vize-Präsident des Verbandes russischer Reisebüros, Sergej Kornejew. Diese Schätzung beruht auf Umfragen.

Um die Millionen endlich anzulocken, muss noch einiges geschehen, und die Stadt weiß das. "Wir brauchen 100 Hotels", sagt Walerij Golubew ,der Vorsitzende des Tourismuskomitees. "Vor allem brauchen wir Zwei- und Dreisterne-Häuser für den Massentourismus." Luxushotels hat die Stadt schon genug. In St. Petersburg gibt es laut Golubew rund 140 Hotels, von denen viele aber sehr klein sind oder den internationalen Standards nicht genügen.

Golubew will außerdem die Infrastruktur verbessern. "Der Flughafen braucht ein neues Terminal, und wir müssen ein neues Seeterminal einrichten." Eine der größten Hürden für Touristen ist nach wie vor das Visum. Nach vielen Jahren hat sich hier endlich etwas getan: Ab dem 1. Juli soll an der Grenze ein Drei-Tages-Visum (72 Stunden) für rund 50 Mark erhältlich sein. "Das ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Touristen in der Stadt", sagt Golubew. Er hofft darauf, dass Besucher künftig nicht nur einmal, sondern mehrmals zu einem Kurztrip an die Newa aufbrechen.

Darauf baut auch Kornejew vom Reisebüro-Verband. "Das Visum-Problem ist nun zum Teil gelöst", sagt er. "Aber es gibt noch andere Schwachpunkte. Die russischen Botschaften im Ausland arbeiten manchmal auf ihre Weise. "Das ist ein enormer Imageschaden. Es gehen Dokumente verloren, Einladungen werden benötigt, das Visum ist zu teuer", klagt Kornejew. "Für das Geld können die Leute sich schon fast eine Woche in der Türkei erholen."

Ein weiteres Problem ist für viele das doppelte Preissystem für Ausländer und Einheimische für Museen und Theater. Allen russischen Bürgern steht die Eremitage oder der Katharinenpalast in Puschkin (Zarskoje Selo) für einen geringen Eintrittspreis offen. Bei Ausländern, die den bis zu achtfachen Preis zahlen sollen, hinterlässt das hingegen zuweilen einen bitteren Nachgeschmack.