Streik an Pariser Flughafen Polizisten übernehmen Passagierkontrollen
Streikende am Flughafen Charles de Gaulle: Seit einer Woche im Ausstand
Foto: THOMAS SAMSON/ AFPParis - Am Pariser Großflughafen Roissy-Charles de Gaulle haben am Donnerstag Polizisten die Arbeit des seit einer Woche streikenden Kontrollpersonals übernommen. Die Beamten sollen kurz vor Weihnachten sicherstellen, dass der Reiseverkehr durch den Streik nicht behindert wird.
Nach Angaben eines Sprechers des privaten Sicherheitsunternehmens ICTS France, das in Roissy für die Kontrollen von Passagieren und Gepäck verantwortlich ist, wurden am Donnerstag auf dem Flughafen etwa 80.000 Passagiere erwartet. Der Ausstand hatte in den vergangenen Tagen den vorweihnachtlichen Reiseverkehr zwar behindert, aber kaum ernsthaft gestört.
Das französische Innenministerium bestätigte den Einsatz von Polizisten, machte aber keine Angaben über die Zahl der Beamten. Frankreichs konservativer Staatschef Nicolas Sarkozy hatte die Regierung am Dienstag aufgefordert, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen", damit der "Weihnachtsurlaub der Franzosen nicht in Geiselhaft" der Streikenden genommen werde.
Die Gewerkschaft Unsa drohte nach Angaben des Rundfunksenders "France Info" nun mit einer Verschärfung des Streiks, von dem landesweit die großen Flughäfen betroffen sind.
Am Airport der Mittelmeerstadt Nizza nahm das Kontrollpersonal seine Arbeit zunächst wieder auf, um Verhandlungen zu erleichtern. Die Gewerkschaften haben allerdings bereits einen neuen Streik für den 27. Dezember angemeldet. Am französisch-schweizerischen Flughafen Basel-Mülhausen sind die Kontrolleure aufgerufen, die Arbeit am 24. Dezember niederzulegen.
Die Streikenden fordern 200 Euro mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Sie klagen vor allem über die Kameras, die ihre Arbeit permanent überwachen. Bis 1996 war an den französischen Flughäfen die Polizei für die Sicherheit zuständig. Anschließend wurde diese Aufgabe den Flughafengesellschaften übertragen. Diese schlossen ihrerseits Verträge mit privaten Sicherheitsunternehmen ab.