Streik am Donnerstag Was Germanwings-Kunden jetzt wissen müssen
Flugzeuge von Germanwings: Am Donnerstag streiken die Piloten wieder
Foto: Henning Kaiser/ picture alliance / dpaFrankfurt am Main - Nach der Lokführergewerkschaft GDL hat nun auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zu einem Streik aufgerufen. Am Donnerstag von 12 Uhr bis Mitternacht sollen die Piloten der Lufthansa-Tochter Germanwings bundesweit die Arbeit niederlegen, erklärte die VC am Mittwoch.
Germanwings wird am Donnerstag 20 Prozent der Flüge streichen müssen, heißt es von Seiten der Airline. 25.000 Passagiere werden insgesamt von dem Streik betroffen sein. Die Fluggesellschaft fliegt vor allem Ziele in Europa an, zudem in Israel und Nordafrika.
Die Piloten des Lufthansa-Konzerns kämpfen gegen eine Verschlechterung ihrer Übergangsversorgung. Es ist der siebte Streikaufruf der Gewerkschaft seit Ende August. Der Streik überschneidet sich nicht mit dem der GDL - dieser endet voraussichtlich um 4 Uhr am Donnerstagmorgen.
Die Germanwings kündigte auf ihrer Homepage an, um 17 Uhr einen Ersatzflugplan veröffentlichen zu wollen. Unternehmenssprecher Heinz Joachim Schöttes bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass Reisende, die einen Flug innerhalb Deutschlands gebucht haben, ihr Ticket in eine Bahnfahrkarte umtauschen können.
Hier finden Sie die wichtigsten Informationen:
Wo erhalte ich Auskunft zu meinem Flug?
Den eigenen gebuchten Flug bei Germanwings können Kunden hier überprüfen.
Wie viele Flüge werden gestrichen?
Es werden 100 von 500 Flügen gestrichen. Laut Germanwings sind im Streikzeitraum allein 1100 Babys und Kinder auf Flüge der Linie gebucht.
Um das Chaos möglichst gering zu halten, will die Germanwings Ersatzflugzeuge anderer Gesellschaften mieten, die von Piloten geflogen werden, die sich freiwillig melden. Darunter seien auch einige der Lufthansa, sagt Schöttes. "Ausfallen werden vor allem innerdeutsche Flüge, weil die Passagiere hier auf die Deutsche Bahn ausweichen können."
Welche Flughäfen werden besonders vom Streik betroffen sein?
"Besonders beeinträchtigt von dem Streik werden die Flughäfen in Köln/Bonn, Düsseldorf und Dortmund sein", sagt Schöttes. Der Grund sei das Ende der Herbstferien in Nordrhein-Westfalen. "Viele Familien haben ihren Rückflug am Donnerstag gebucht. Dann wird es an den Airports voraussichtlich schon chaotisch zugehen", sagt Schöttes.
Wie kann ich bei einem Flugstorno mein Ziel erreichen?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren. Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.
Bei innerdeutschen Flügen, die aufgrund des Streiks ausfallen, können Germanwings-Kunden ihren Flug kostenfrei umbuchen oder stornieren, online über "Meine Buchungen" oder über einen kostenpflichtigen Anruf im Call Center unter der Nummer 0180-6320320.
Zudem können sie als Alternative Züge der Deutschen Bahn nutzen. Dafür muss das Flugticket direkt am Germanwings-Ticket-Schalter am Flughafen oder über einen Anruf im Call Center (kostenpflichtiger Anruf unter der Nummer 0180-6320320) in eine Bahn-Fahrkarte umgewandelt werden.
Außerdem besteht die Möglichkeit, mit Mitfahrgelegenheiten, Linienbussen oder Mietwagen zu reisen. Angebote gibt es auf den Seiten von mitfahrgelegenheit.de , fahrgemeinschaften.de , blablacar.de , bessermitfahren.de oder drivemee.de .
Das Fernbusangebot ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen - Verbindungen finden sich auf den Webseiten von Mein Fernbus , Deutsche Bahn , Flixbus und ADAC Postbus .
Habe ich Anspruch auf Schadensersatz?
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) müssen Fluggesellschaften ihren Passagieren keine Entschädigung zahlen, wenn sie wegen eines Streiks einen Flug streichen. Bei einem Streik handele es sich um "außergewöhnliche Umstände", bei denen die Unternehmen nicht haften müssen. Voraussetzung ist, dass die Flüge wegen Ereignissen außerhalb des Einflussbereichs der Fluggesellschaft und "außerhalb des Rahmens der normalen Betriebstätigkeit" ausfallen.
Wer trägt die Kosten, wenn ich strande?
Nach der EU-Fluggastrechteverordnung muss eine Airline oder der Veranstalter seine gestrandeten Kunden betreuen - unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist. Verpflegung samt Getränken sollte gestellt werden, und wenn sich der Flug auf einen anderen Tag verschiebt, muss die Airline oder der Veranstalter die Hotelkosten tragen.
Servicetelefon:
- Germanwings : 0180-6320320 (0,20 Euro/Anruf aus dem Festnetz - Mobilfunk maximal 0,60 Euro/Anruf)
Flughäfen:
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Flughäfen auf ihren Webseiten bekannt.
- Flughafen Düsseldorf : 0211-421 0
- Flughafen Köln/Bonn : 02203-404001
- Flughafen Hamburg : 040-50750
- Flughafen Frankfurt am Main : 0180-53724636 (0,14 Euro/Minute aus dem Festnetz)
- Flughafen München : 089-97500
- Flughafen Hannover : 0511-9770
- Flughafen Stuttgart : 0711-9480
Hotlines von Veranstaltern:
- TUI.com : 01805-884266
- Thomas Cook : 01803-607090
- Neckermann : 01803-901045
- Alltours : 0203-3636360
- Dertour : 069-95882770
- FTI : 01805-384500
- L'Tur : 00800-21212100 (kostenlos)
- Schauinsland-Reisen : 0203-994050
- ITS : 01805-670130
- Tjaereborg : 01805-670140
- Jahn-Reisen : 01805-670120