Taufe der "Europa 2" - DER SPIEGEL
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Taufe der "Europa 2": Feuerwerk vor Blankenese

Foto: Markus Tischler/ dpa

Taufe der "Europa 2" Chillen mit Champagner

Deutschlands luxuriösestes Kreuzfahrtschiff ist getauft. Auf der Elbe vor dem Hamburger Vorort Blankenese wurde die "Europa 2" feierlich in die Hapag-Lloyd-Flotte aufgenommen. Nun muss sich zeigen, ob es einen Markt für das neue Fünf-Sterne-Schiff gibt.
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Hamburg - Um 21.36 Uhr ließ Dana Schweiger die Champagnerflasche knallen - gegen den Bug der "Europa 2". Für seine Taufe lag das neue Flaggschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten vor dem Hamburger Elbvorort Blankenese. Außer der Taufpatin verfolgten noch 700 weitere Gäste an Bord und rund 4000 Menschen am Ufer die Zeremonie und das anschließende Feuerwerk.

Die Taufe des unter maltesischer Flagge fahrenden Luxusliners ist einer der Höhepunkte des Hamburger Hafengeburtstags, der noch bis Sonntag gefeiert wird. Am Donnerstag hatte das alljährliche Spektakel mit einer großen Einlaufparade von rund 300 Schiffen in den Hafen begonnen - darunter das Segelschulschiff "Gorch Fock", das Museumsschiff "Cap San Diego" und als größtes Schiff die 225 Meter lange und knapp 27 Meter breite "Europa 2". 350.000 Menschen waren schon am ersten Festtag zum Schiffegucken gekommen. Am Sonntag stehen das traditionelle "Schlepperballett" und um 17 Uhr die Auslaufparade auf dem Programm.

Dann ist die frisch getaufte "Europa 2" schon längst zu ihrer Jungfernfahrt aufgebrochen. 14 Tage lang werden die 516 Gäste nach Amsterdam und dann über Antwerpen, Honfleur, La Rochelle, Bordeaux, Bilbao und Leixões nach Lissabon geschippert. Die Gäste der Fahrt sind zu 100 Prozent Stammkunden von Hapag-Lloyd - viele sind schon mehrfach mit dem Schwesterschiff "Europa", dem laut Berlitz-Guide "besten Kreuzfahrtschiff der Welt", in See gestochen.

Neue Zielgruppe gesucht

Die Reederei will sich mit ihrem neuen Luxusliner nicht selber Konkurrenz machen, sondern eine neue Zielgruppe für Highend-Kreuzfahrten erschließen: die der ab 45 Jahre alten Berufstätigen, die einen "legeren Luxus lieben" und einen Durchschnittspreis pro Tag und Passagier von 600 Euro zahlen können. Das stellt das Marketing vor Herausforderungen. Denn viele dieser erhofften Kunden haben bisher vielleicht Luxusresorts an Land gebucht, sind aber noch keine Kreuzfahrtfans. Die Reederei hat daher für die Vermarktung Kooperationen mit Luxusmarken wie COR, Interlübke, Jaguar und Wempe geschlossen und will auf Abendveranstaltungen dem Publikum ihre Seefahrten schmackhaft machen.

Noch bangt Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, ob ihr Konzept aufgeht. Die "Europa 2" ist nicht das Eigentum der TUI-Tochter, sondern zunächst für zwölf Jahre von einem nicht bekanntgegebenen Investor gechartert. Um sich zu tragen, muss das mit über 370 Crewmitgliedern betriebene Schiff laut der Reederei mindestens zu 80 Prozent ausgelastet sein. Das Unternehmen setzt daher vermehrt auf den englischsprachigen, internationalen Markt, neben Deutsch ist zum ersten Mal bei Hapag-Lloyd auch Englisch Bordsprache. Hier gibt es allerdings bei Unternehmen wie Seabourn Cruise Line aus den USA und Silversea Cruises aus Monaco deutlich günstigere Angebote.

Im Vorfeld der Taufe lief der Verkauf der Tickets eher schleppend an. "Wir müssen einen langen Atem haben", sagte Reederei-Sprecherin Negar Etminan SPIEGEL ONLINE. Es könne ein, zwei Jahre dauern, bis die neue Kreuzfahrt-Zielgruppe aktiviert werden könne. Zunächst allerdings wird "Europa 2" mit ihren Gästen im Sommer das Mittelmeer ansteuern und im Winter Kurs auf Fernziele etwa in Asien nehmen.

abl

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