Terrorschock Tourismus 2001 rückläufig
Für das laufende Jahr erwartet die Welttourismusorganisation (WTO) jedoch, dass die Branche wieder Tritt fasst. Spätestens im zweiten Halbjahr 2002 dürften wieder die "gewohnten Wachstumsraten" erreicht werden.
Von Januar bis August 2001 habe die Branche noch ein Wachstum von drei Prozent erzielt. Im Rest des Jahres sei dann aber die Zahl der Touristen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent gesunken. "Die Monate September, Oktober und November waren ein Desaster für den Tourismus in aller Welt", sagte WTO-Generalsekretär Francesco Frangialli.
Für die Reisebranche ging damit eine fast 20-jährige Ära ununterbrochenen Wachstums zu Ende. Zuletzt hatte es 1982 einen Rückgang von damals 0,4 Prozent gegeben. Selbst in Zeiten des Golfkriegs Anfang der neunziger Jahre legte der Tourismus zu. Im Jahr 2000 betrug das Wachstum gar 7,4 Prozent.
In den vergangenen Monaten vollzog sich nach Angaben der WTO ein "dramatischer Wandel" in den Reisegewohnheiten. Zahllose Urlauber seien vom Flugzeug auf das Auto oder die Bahn umgestiegen und verbrächten ihre Ferien in weniger weit entfernten Gebieten. Der Reisebranche gehe es indes nicht so schlecht, wie die Zahlen glauben machten, denn die Inlandsurlauber würden von der internationalen Statistik nicht erfasst.
In Europa sanken die Touristenzahlen 2001 nach Angaben der WTO vor allem in Großbritannien (minus 6,6 Prozent), Deutschland (minus 5,5) und Italien (minus 5,0). Demgegenüber erzielten Länder wie Bulgarien mit plus 14,4 Prozent, die Slowakei (13,0), die Türkei und Kroatien (jeweils 12,4) spektakuläre Zuwächse.
Frankreich behauptete sich mit 76,5 Millionen Touristen (plus 1,2 Prozent) als das beliebteste Urlaubsland der Welt vor Spanien (49,5 Millionen/plus 3,4) und den USA (44,5 Millionen/minus 12,6). Neben den USA verzeichneten auch Länder wie Israel (minus 50 Prozent), Ägypten (minus 15,6) oder Argentinien (minus 8,9) einen drastischen Rückgang der Urlauberzahlen.
"Die Aussichten der weltweiten Reisebranche für die kommenden Osterferien und die Sommersaison sind günstig", sagte der WTO-Generalsekretär. "Das Resultat hängt jedoch in erster Linie davon ab, ob die Weltwirtschaft sich wieder erholt."