TGV Schnelle Fahrt nach Paris
Chauconin-Neufmontiers/Berlin - Mit einer feierlichen Zeremonie ist in Frankreich das letzte Schienenstück der Hochgeschwindigkeits-Trasse von Paris nach Straßburg gelegt worden. Im Beisein von Premierminister Dominique de Villepin wurden heute bei Chauconin-Neufmontiers östlich von Paris die letzten Gleisteile miteinander verschweißt. Der so genannte Ost-TGV soll die Fahrtzeit zwischen Paris und der Stadt im Elsass ab Juni kommenden Jahres von vier Stunden auf zwei Stunden und 20 Minuten verkürzen. Er wird dabei maximal 320 Stundenkilometer erreichen.
Durch die Anbindung an das deutsche ICE-Netz sinkt gleichzeitig die Fahrtzeit zwischen Frankfurt am Main und Paris sowie zwischen Stuttgart und Paris auf rund drei Stunden und 45 Minuten. Bisher sind Bahnreisende auf diesen Verbindungen mehr als sechs Stunden unterwegs. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn in Berlin sagte, sollen ab Juni 2007 von Frankfurt aus über Saarbrücken ICEs in die französische Hauptstadt und zurück fahren. Auf der Strecke von Stuttgart über Karlsruhe nach Paris würden dann französische TGV-Züge eingesetzt.
Villepin kündigte noch für den Herbst eine Ausschreibung zum Streckenbau für den Südeuropa-Atlantik-TGV von Paris nach Bordeaux im Südwesten Frankreichs an. Für die neue Verbindung wird eine rund 300 Kilometer lange Trasse zwischen Tours und Bordeaux gebaut. Die Weinmetropole wäre dann ab Mitte des nächsten Jahrzehnts von Paris aus in zwei Stunden und zehn Minuten zu erreichen. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf 4,9 Milliarden Euro. Langfristig soll über die neue Strecke auch eine Anbindung nach Spanien laufen.
fho/AFP