Thrombosen: Tausende tote Passagiere? - DER SPIEGEL
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Thrombosen Tausende tote Passagiere?

Ärzte gehen einer Studie zufolge davon aus, dass in Großbritannien pro Jahr mehr als 2000 Fluggäste am so genannten Touristenklasse-Syndrom sterben.
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London - Nach der Erhebung kommt statistisch gesehen jeden Monat ein Passagier direkt auf dem Londoner Flughafen Heathrow durch eine Venenthrombose ums Leben. Diese Zahl sei nur die "Spitze des Eisberges", sagte John Belstead dem "Daily Telegraph." Die meisten Fälle würden aber nicht sofort bekannt. Die Studie wurde von Ärzten am Krankenhaus von Ashford (Grafschaft Kent) erstellt und am Mittwoch im "Daily Telegraph" veröffentlicht.

Nach Belsteads Angaben sind auf der Unfallstation von Ashford, die dem Flughafen Heathrow am nächsten liegt, innerhalb der vergangenen drei Jahren 30 Fluggäste gestorben. Ein Drittel der Patienten war in der Touristenklasse von Australien nach London geflogen. Die Altersspanne liege zwischen Ende 20 und Ende 70.

Nur die allerschwersten Fälle würden sofort nach der Landung bekannt, viele Fluggäste gingen erst später zum Arzt. Oft würde dabei versäumt, einen möglichen Zusammenhang mit dem Flug zu untersuchen, sagte der Mediziner. Auf Grund dieser Annahmen kamen die Ärzte auf die hohe Zahl von 2000 Opfern.

Angesichts einer Million Passagiere von Langstreckenflügen, die pro Monat in Heathrow einträfen, erscheine das Risiko "im Vergleich mit dem Überqueren einer Straße gering", sagte Belstead. Dennoch könnten die Fluggesellschaften etwas dagegen tun.

Die britische Fluggesellschaft British Airways hatte am Dienstag angekündigt, sie werde ihre Passagiere ab Februar in Flugblättern über die Risiken der Thrombose informieren und Ratschläge für Bewegung, Kleidung sowie Essen und Trinken geben. Zuvor hatten betroffene Fluggäste mitgeteilt, gegen mehrere Fluggesellschaften klagen zu wollen. Die unter anderen betroffene Gesellschaft Singapore Airlines habe noch keine Klage erhalten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Ob es das Touristenklasse-Syndrom wirklich gibt, ist umstritten. Wissenschaftliche Studien sind in dieser Frage zu gegensätzlichen Ergebnissen gekommen. Einige Forscher halten es jedoch für erwiesen, dass das stundenlange beengte Sitzen mit angewinkelten Beinen einen Blutstau in den Adern begünstigt.