Tibet: Höchste Bahnstrecke der Welt eröffnet - DER SPIEGEL
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Tibet Höchste Bahnstrecke der Welt eröffnet

Der erste Zug aufs Dach der Welt ist abgefahren: Chinas Präsident Hu Jintao feierte heute die neue Bahnstrecke nach Lhasa bei der Eröffnung als "großes Wunder für die Welt". Exil-Tibeter haben zum Boykott der Strecke aufgerufen.
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Peking - Die Eröffnung der neuen Bahnstrecke wurde in der nordwestchinesischen Stadt Golmud gefeiert. Die Verbindung sei eine "große Errungenschaft", die der abgelegenen Region Wohlstand bringen werde, sagte der Präsident. "Das Projekt ist nicht nur ein Meisterstück chinesischen Bahnbaus, sondern auch ein großes Wunder für die Welt", sagte Hu weiter.

In der vom Staatsfernsehen live übertragenen Zeremonie, an der rund 2600 Bahningenieure und -arbeiter sowie Funktionäre von Partei, Militär und Staat teilnahmen, wurde der erste Zug in die tibetische Haupstadt Lhasa verabschiedet. In der "Qing 1" genannten ersten Bahn wurden neben zahlreichen Offiziellen und chinesischen Journalisten auch Arbeiter mit besonderen Verdiensten auf die Jungfernfahrt geschickt. In die Gegenrichtung starteten von Lhasa aus 700 Passagiere in dem Zug "Zang 2".

Die 1142 Kilometer lange Strecke ist die höchste Bahnstrecke der Welt. Sie führt über mehr als 5000 Meter hohe Pässe. Die Reise von Golmud nach Lhasa dauert zwölf, von Peking aus sogar 48 Stunden. Allein 960 Kilometer der Bahnstrecke liegen mehr als 4000 Meter über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt misst 5072 Meter, 255 Meter höher als die peruanische Andenbahn. Die Station Tanggula auf 5068 Meter ist der höchste Bahnhof der Welt.

Da in dieser Berggegend der Sauerstoffgehalt der Luft nur halb so hoch ist wie im Flachland, sind die Spezial-Waggons mit Sauerstoffgeräten bestückt. Ähnlich wie durch eine Klimaanlage wird Sauerstoff in die Kabinen gepustet. Wie im Flugzeug hat im Notfall jeder Passagier eine eigene Atemmaske. Ärzte fahren mit, um Patienten zu behandeln, die an Höhenkrankheit leiden.

Die Eröffnung der Strecke solle Tibet Wohlstand bringen und die ökonomische Entwicklung im westlichen China fördern, schrieb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Exil-Tibeter fürchten dagegen, dass die Linie die Kolonisierung des Hochlandes durch China weiter beschleunigt und haben zu einem Boykott der Verbindung aufgerufen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, riet seinen Landsleute jedoch, abzuwarten und zu sehen, welche Vorteile die Strecke möglicherweise bringt. Drei ausländische Mitglieder der Kampagne Free Tibet waren am Freitag auf dem Hauptbahnhof von Peking festgenommen worden, als sie ein Transparent mit Protestparolen entrollten.

cai/dpa/afp

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