Ticketbetrug Bahn rüstet Tausende Fahrkarten-Automaten um
Berlin - Haarspray, Scanner und Drucker: Mehr benötigten die Betrüger nicht, um das Wochenendticket der Bahn zu fälschen. Die Fälscher sollen kostenlose Fahrplanauskünfte, die auf demselben Papier wie die Tickets gedruckt werden, genutzt haben. Den Aufdruck "Auskunft" entfernten sie mit dem Spray und wandelten das Blankoformular dann mit Hilfe der technischen Geräte in ein scheinbar gültiges Ticket um. Diese Tickets, die 33 Euro am Automaten kosten, wurden dann an Reisende zu einem Preis von 25 bis 28 Euro verkauft. Einer der Fälscher sitzt bereits in Haft. Nach zwei weiteren Personen fahndet die Polizei noch
Als Reaktion will die Bahn nun insgesamt 9000 Fahrkartenautomaten umrüsten. Einen entsprechenden Bericht des "Westfalen-Blatts" bestätigte Bahn-Sprecher Achim Stauß. Spekulationen über Kosten in Millionenhöhe wies er aber zurück. Die Umrüstung werde bei routinemäßigen Kontrollen erfolgen. "Das ist nichts, was viel Geld kostet", sagte Stauß. Nach Informationen des "Westfalen-Blatts" fahndet die Polizei nach mehrere Banden, die gefälschte Wochenendtickets produzieren und vertreiben.
Wie das Blatt weiter berichtete, entstand der Deutschen Bahn durch die Fälschungen nach Auskunft der Bundespolizei ein Schaden von 100.000 bis 120.000 Euro. Die Bahn werde weiterhin in Bahnhöfen darauf achten, dass keine gefälschten Tickets verkauft würden. Es seien auch verstärkt Kontrollen in den Regionalzügen geplant, betonte der Sprecher.
yas/dpa/AP