Tourismus Deutsche meiden Mallorca
Berlin - "Eine Katastrophe" nannte der Präsident des Deutschen Reisebüro-Verbandes, Klaus Laepple, den Besucherrückgang gegenüber der "Welt am Sonntag". Nach seinen Angaben liegt die Zahl der Buchungen derzeit um 37 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Nach Laepples Schätzungen könnten bis Ende des Jahres nur knapp mehr als zwei Millionen Deutsche einen Pauschalurlaub auf Mallorca verbracht haben. Im vergangenen Jahr waren es noch drei Millionen.
Die Reiseveranstalter hätten bereits mit den Hoteliers der Insel die Preise nachverhandelt und versuchten, mit Sonderangeboten und durch den Abbau von Kapazitäten, das Schlimmste zu verhindern. Gründe für den Trend seien neben der allgemeinen Reisezurückhaltung nach dem 11. September, hohe Preise sowie negative Nachrichten über Fremdenfeindlichkeit, Ökosteuer, schlechtes Wetter und Streiks.
Die Regionalregierung in Palma gab den Rückgang deutscher Urlauber mit 12 Prozent an. Angesichts der starken Konkurrenz billigerer Ferienziele und der Wirtschaftslage in Deutschland werde der Negativ-Trend aber vermutlich auch 2003 anhalten, hatte der balearische Tourismusminister Celestí Alomar kürzlich erklärt.