Tourismus in Sachsen Der Kampf nach der Flut
Fast jedes dritte der 13.500 Hotelbetten in Dresden ist nicht benutzbar. Wegen des Hochwasser haben auch die großen deutschen Reiseveranstalter ihre Programme teilweise abgesagt. Aber dennoch hoffen die regionalen Tourismusmanager auf eine schnelle Wiederbelebung des Geschäfts. "Wir brauchen vielleicht noch eine Woche, um das Gröbste zu beseitigen", sagt Christoph Münch von der Dresden-Werbung.
Wer wegen des Hochwassers seinen Urlaub stornieren wolle, sollte sich vorher genau über die Lage informieren. Das rät der Deutsche Tourismusverband (DTV). Teilweise seien Stornierungen in Regionen, die gar nicht betroffen seien, übereilt vorgenommen worden.
Ganz Sachsen unter Wasser?
"Durch die Berichterstattung glauben viele Touristen, dass ganz Sachsen unter der Wasser steht", klagt Frank Lehmann, der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Sachsen. Manche Gegenden seien überhaupt nicht betroffen und in anderen wie in Dresden und in Meißen könnten die Sehenswürdigkeiten bereits wieder besichtigt werden.
In Dresden hat das Albertinum an der Brühlschen Terrasse bereits wieder geöffnet. Am 30. August sollen Philharmonie und Staatsoperette den Spielbetrieb aufnehmen. Auch Attraktionen wie das Schloss Moritzburg im Umland können problemlos besichtigt werden, und in der Frauenkirche sollen voraussichtlich ab Ende August wieder Führungen möglich sein. Die Aufräumarbeiten im Zwinger werden voraussichtlich noch bis Mitte Oktober dauern.
Auch in Meißen sind Touristen ebenfalls schon wieder willkommen: "Nur ein Hotel wird auf Grund der Schäden wohl noch etwas längere Zeit geschlossen bleiben", sagt Udo Niehoff, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland. Auch die Staatliche Porzellanmanufaktur in Meißen ist bereits wieder geöffnet.
Etwas unübersichtlich ist die Lage im Zuständigkeitsbereich des Tourismusverbandes Erzgebirge mit Sitz in Annaberg-Buchholz. "Wir haben hier bis zu 95 Prozent eine heile Welt", betont Sabine Gottschalk, die Geschäftsführerin der Fremdenverkehrsgemeinschaft Östliches Erzgebirge. Die besonders schwer getroffenen Dörfer im Tal der Weißeritz gehören nicht zu den wichtigsten Touristenattraktionen der Region. Aber selbst diese Gebiete könnten schon wieder bereist werden. Jeden Tag gebe es neue Veränderungen, so Gottschalk weiter.
Aber auch wenn Dresdens Tourismusvertreter wieder die Werbetrommel rühren, bis sie selbst wieder unter normalen Bedingungen arbeiten können, werden noch ein paar Tage vergehen. Die Geschäftsstelle der Dresden-Werbung am Zwinger stand meterhoch unter Wasser. Die Anfragen besorgter Urlauber werden von einem Notquartier aus beantwortet. Manchmal kann es zu Wartezeiten kommen, beispielsweise beim Prospektversand: Auch ein guter Teil der Informationsbroschüren ist in den braunen Fluten versunken.