Traumschiff: Chefs der Reederei Deilmann kündigen - DER SPIEGEL
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"Deutschland" in London: "Traumschiff" ist deutsches Olympiaschiff

Foto: Andy Rain/ dpa

ZDF-Traumschiff Reederei-Chefs kündigen wegen Ausflaggungs-Zoff

Das ZDF-"Traumschiff" hält nun doch die deutsche Flagge hoch. Das allerdings passt zwei der Geschäftsführer der Deilmann-Reederei nicht. Sie haben ihre Posten niedergelegt - und protestieren weiterhin gegen den Abbau der Flaggenförderung durch die Bundesregierung.
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Neustadt in Holstein - Der Verzicht auf die Ausflaggung des Kreuzfahrtschiffs "Deutschland" hat ein personelles Nachspiel. Da das Schiff weiter unter deutscher statt wie geplant unter maltesischer Flagge fahren wird, legen zwei der drei Geschäftsführer der Reederei Peter Deilmann zum 15. August ihre Posten nieder.

Die Geschäftsführer Andreas Demel und Marcus Mayr wollten "die Entscheidung gegen den Registerwechsel der 'Deutschland' nicht mittragen", teilte Deilmann am Mittwoch in Neustadt in Holstein mit. Neu in die Geschäftsführung soll ein Finanzfachmann des Reederei-Eigentümers Aurelius einziehen.

Die Reederei kritisierte zugleich die Kürzung von Fördermitteln für Schiffe unter deutscher Flagge. Solange die Flaggenförderung nicht wieder auf altes Niveau erhöht werde, seien die Rahmenbedingungen verzerrt, erklärte sie. Für den unternehmerischen Erfolg sei es "essenziell, mit ähnlichen Rahmenbedingungen zu agieren wie vergleichbare Reedereien auf dem deutschen Markt". Diese ließen ihre Kreuzfahrtschiffe alle nicht mehr unter deutscher Flagge fahren.

Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin behält Konstantin Bissias als Dritter von drei gleichberechtigten Deilmann-Geschäftsführern seinen Posten. Die Reederei gehört seit 2010 zu 95 Prozent dem Finanzinvestor Aurelius AG. Das Kreuzfahrtschiff "Deutschland" ist seit den neunziger Jahren durch die ZDF-Serie "Traumschiff" bekannt.

Kürzung der Flaggenförderung um 80 Prozent

Geschäftsführer Mayr begründete seinen Entschluss zum Rücktritt ebenfalls mit den Kürzungen bei der Förderung von Schiffen unter deutscher Flagge. Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Hans-Joachim Otto, habe eine Wiederanhebung der Förderung für Schiffe unter deutscher Flagge in Aussicht gestellt. Die Flaggenförderung von früher 1,5 Millionen Euro sei aber beim Kreuzfahrtschiff "Deutschland" im vergangenen Jahr "um 80 Prozent geringer ausgefallen als noch im Jahr 2009", sagte Mayr.

Mayr bezeichnete es als Aufgabe des Gesetzgebers, "für gleiche Rahmenbedingungen zu sorgen bei Schiffen, die unter deutscher und unter fremder Flagge fahren". Er betonte, dass das die "Deutschland" "das einzige noch unter deutscher Flagge fahrende Kreuzfahrtschiff ist".

Auch die ursprüngliche Flaggenförderung sei lediglich ein Ausgleich gewesen für die "weitaus höheren Lohnnebenkosten, die ein unter deutscher Flagge fahrender Reeder zu zahlen hat", sagte er. Mayr äußerte die Hoffnung, dass die "Organisationen und Politiker, die gegen den Flaggenwechsel protestiert haben, nun der Reederei auch wirtschaftlich helfen werden". Er könne sich als Finanzfachmann aber nicht an Hoffnungen, sondern nur an Zahlen halten. "Das gebietet schon die Verantwortung für die Arbeitsplätze der Mitarbeiter", betonte er.

Die "Deutschland" hat derzeit in London festgemacht und soll nach dem Ende der Olympischen Spiele deutsche Athleten nach Hause bringen. Die Besatzung des Schiffs protestierte erfolgreich gegen dessen Ausflaggung nach Malta. Unterstützung fand sie bei Staatssekretär Otto. Auch Bundespräsident Joachim Gauck äußerte Verständnis für den Protest.

Jürgen Voges/dapd/dpa/abl

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