Türkei Betrügerbande kopierte ec-Karten von Touristen
Antalya/Wiesbaden - Ein Gericht in Antalya hat die zwölf Mitglieder der Bande wegen Betrugs zu hohen Haftstrafen verurteilt. Wie das Bundeskriminalamt heute berichtete, hatten die Täter Wechselstuben und Postagenturen eröffnet, in denen Urlauber mit ihren Zahlungskarten Geld abheben konnten. Dabei seien die Kartendaten der Touristen kopiert und Doubletten ihrer Zahlungskarten hergestellt worden.
Mit den gefälschten Zahlungskarten hätten die Täter in anderen türkischen Städten zu Lasten der Urlauber Geld abgehoben. Nach Angaben des Bundeskriminalamt (BKA) verursachte die Bande allein im Jahr 2005 einen Schaden in Höhe von 1,961 Millionen Euro. Die Bande habe schließlich durch die Zusammenarbeit von BKA und türkischer Polizei im März 2006 gefasst werden können. Dabei seien insgesamt 1,25 Millionen Euro und neun Fahrzeuge sichergestellt worden. Das Gericht habe die beiden Anführer der Bande zu Haftstrafen von 23 beziehungsweise 21 Jahren verurteilt. Die übrigen zehn Mitglieder erhielten Haftstrafen zwischen einem und 18 Jahren.
Das BKA warnt Urlaubern im Ausland vor Wechselstuben und Postagenturen. Sie sollten zum Geldabheben stets nur offizielle Banken aufsuchen. Bei der Geldeingabe am Automaten müsse die Eingabe der Pin-Nummer stets mit der Hand oder Geldbörse abgedeckt werden. Das BKA warnte auch davor, die Zahlungskarte aus der Hand zu geben oder die PIN mehrmals einzugeben. Zudem riet die Behörde, nach dem Geldabheben die Belege aufzuheben und im Zweifelsfall die Karte sperren zu lassen. Kartenbetrüger seien in nahezu allen Urlaubsländern aktiv.
abl/AP