Umleitungen: Lufthansa verlängert Stopp für Tokio-Flüge - DER SPIEGEL
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Umleitungen Lufthansa verlängert Stopp für Tokio-Flüge

Die Lufthansa fliegt den Flughafen Tokio-Narita eine weitere Woche nicht an. Die Maschinen werden in den Süden Japans umgeleitet. Kritik an den Umleitungen kam vom CSU-Abgeordneten Gauweiler, er fürchtet um das Ansehen Deutschlands.
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Frankfurt/Main - Die Lufthansa leitet ihre Tokio-Flüge noch eine weitere Woche nach Osaka und Nagoya im Süden Japans um. Vorerst sollten alle in die japanische Hauptstadt geplanten Flüge bis Montag, den 28. März umgelenkt werden, sagte ein Firmensprecher am Donnerstag. Damit wolle die Airline "angesichts der außergewöhnlichen Umstände" einen sicheren Flugverkehr gewährleisten.

Zunächst hatte Lufthansa den Sonderflugplan bis zum Wochenende angekündigt. Aus Frankfurt fliegt die Lufthansa einmal täglich nach Nagoya und Osaka, ab München einmal täglich nach Osaka. Die Maschinen landen im koreanischen Seoul zwischen. Dort werde vor einem Weiterflug nach Japan noch einmal die aktuelle Sicherheitslage geprüft, sagte Firmenchef Christoph Franz.

Die Lufthansa hat die Entscheidung verteidigt, den Flughafen der japanischen Hauptstadt Tokio zurzeit nicht zu bedienen. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Franz begründete die Verlagerung der Flüge auf die einige hundert Kilometer südwestlich gelegenen Flughäfen von Nagoya und Osaka damit, den Passagieren möglichst stabile Verhältnisse bieten zu wollen.

Swiss fliegt Tokio weiterhin an

Kritik daran kam vom CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler. Er warf der Lufthansa in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief vor, ausgerechnet in einer Notlage den Ausreisewilligen zuzumuten, "sich zuvor ins 342 Kilometer entfernte Nagoya oder ins 500 Kilometer entfernte Osaka durchschlagen" zu müssen. Dies sei "für das Ansehen unseres Landes, dessen Namen die Lufthansa zu tragen die Ehre hat, verheerend".

Franz erläuterte, bei dem näher an dem Katastrophenreaktor Fukushima gelegenen Tokio-Narita als Zielflughafen könne es passieren, dass "bei jeder Windänderung im Zwei-, Dreistundenrhythmus dann wieder korrigiert werden muss", sagte der Lufthansa-Chef. "Es hat keinen Zweck, dass wir irgendwo präsent sind, aber die Kunden dann nicht am Flughafen präsent sind."

Allerdings fliegen die ebenfalls zu Lufthansa gehörenden Gesellschaften Swiss und AUA weiterhin Narita an. Swiss und AUA entschieden jeweils bei Zwischenlandungen in Seoul beziehungsweise Hongkong, ob Narita tatsächlich angeflogen werden könne. Gegenwärtig entspreche dass Flugangebot der Nachfrage, sagte Franz. Nötigenfalls werde die Fluggesellschaft mehr oder größere Flugzeuge einsetzen, um die Kapazitäten auszuweiten.

Erhöhte Strahlung bisher an einer Maschine aus Japan

Bisher sind in Frankfurt keine verstrahlten Flugzeuge angekommen. Der Flughafenbetreiber Fraport lasse alle Maschinen aus Japan auf erhöhte Werte überprüfen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bislang sei dabei keine höhere Radioaktivität festgestellt worden.

Pro Tag kommen sieben Maschinen aus Japan in Frankfurt an - dabei fünf Passagierflieger und zwei Frachtmaschinen. Fraport überprüfe die Maschinen von innen - nach dem Aussteigen der Passagiere. Eine Messung an der Außenseite mache keinen Sinn, da radioaktive Partikel durch die hohe Fluggeschwindigkeit weggeschleudert würden. Zudem sei eine Maschine auf Langstreckenflüge ohnedies erhöhter Strahlung ausgesetzt.

Passagiere, die aus Japan ankommen, würden derzeit nicht untersucht. Hier liege die Entscheidung nicht bei Fraport, sondern beim hessischen Umweltministerium, sagte der Sprecher. Am Münchner Flughafen war hingegen am Mittwoch bei einer Maschine der japanischen All Nippon Airways aus Tokio eine leicht erhöhte Strahlung an der Außenhaut festgestellt worden, wie der Flughafen München mitteilte. Da es bei anschließenden Messungen in der Kabine und im Frachtraum allerdings keine Auffälligkeiten gegeben habe, wurde die Maschine für den Rückflug nach Tokio wieder freigegeben.

Das Bundesamt für Strahlenschutz teilte auf seiner Homepage mit, dass eine Gefährdung der Bevölkerung in Deutschland durch nach Deutschland einreisende Personen aus Japan nicht bestehe. "Eventuell in den Körper aufgenommene Radioaktivität kann keine negativen Auswirkungen auf andere Personen haben." In Südkorea hatten die dortigen Behörden laut Medienberichten bereits höhere Strahlenwerte bei Passagieren aus Japan festgestellt.

abl/dapd/Reuters