Unruhen in Ägypten: Urlauber können kostenlos Kairo-Reise kündigen - DER SPIEGEL
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Unruhen in Ägypten Urlauber können kostenlos Kairo-Reise kündigen

Wer einen Städtetrip nach Kairo gebucht hat, darf wegen der Straßenschlachten seine Reise kostenlos stornieren. Die meisten Ägypten-Urlauber streben aber eher die Strände der Touristenzentren an, für die das Auswärtige Amt grünes Licht gibt.
Altstadt von Kairo: Gegend um den Tahrir-Platz gerät zur Tabuzone für Touristen
Altstadt von Kairo: Gegend um den Tahrir-Platz gerät zur Tabuzone für Touristen

Altstadt von Kairo: Gegend um den Tahrir-Platz gerät zur Tabuzone für Touristen

Foto: TMN
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Hannover - Bei Reisen nach Kairo ist zurzeit mit etlichen Einschränkungen zu rechnen. Ist die ägyptische Hauptstadt der Schwerpunkt einer Pauschalreise, könne sie mit dem Hinweis auf höhere Gewalt wegen der aktuellen Unruhen kostenlos gekündigt werden, sagte der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. "Meiner Einschätzung nach trifft das aber auf kaum einen deutschen Touristen zu."

Am Montag hatte das Auswärtige Amt  die dringende Empfehlung ausgesprochen, "das Gebiet um den Tahrir-Platz und das Fernsehgebäude (Maspero) in Kairo" weiträumig zu meiden. Urlauber sollten ihre Touren auf die Hauptstadt, die Gebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberägypten und auf geführte Touren in der Weißen und Schwarzen Wüste beschränken, von Reisen in die übrigen Landesteile werde wegen der unübersichtlichen Sicherheitslage weiterhin abgeraten.

Reiseveranstalter meiden Tahrir-Platz

Wie Degott ausführt, seien touristische Städtereisen, die ausschließlich Kairo zum Ziel haben, stark beeinträchtigt, weil sich um den Tahrir-Platz zentrale Sehenswürdigkeiten wie das Ägyptische Museum befinden. "Wenn ich aber wie fast alle Ägyptentouristen nur zwei oder drei Tage einer mehrwöchigen Rundreise oder eines Badeurlaubs in Kairo verbringe, ist das kein Kündigungsgrund für die ganze Reise", sagte der Jurist.

In diesem Fall rät der Experte, sich mit dem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen und über mögliche Alternativen zum Kairo-Aufenthalt zu reden. Oft könne einfach der Strandurlaub verlängert werden. Sei dies nicht möglich, könnten Touristen das Geld für nicht erbrachte Leistungen des Veranstalters zurückfordern.

Am Montag hatten bereits einige deutsche Reiseveranstalter Tagesausflüge nach Kairo beziehungsweise ins Nationalmuseum am Tahrir-Platz abgesagt. TUI hat alle Touren in die Hauptstadt bis Dienstag, 29. November gestrichen. Thomas Cook meidet das Nationalmuseum und den Khan-el-Khalili-Basar, steuert aber die Pyramiden und die islamische Altstadt weiter an.

Am Wochenende sind bei Straßenschlachten in Kairo mindestens 22 Menschen getötet worden, Hunderte wurden verletzt. Am Montag gingen die Auseinandersetzungen auf dem zentralen Tahrir-Platz weiter.